Milchmänner: Männer können stillen

Donnerstag, 07.08.2008

Was für die meisten wie eine Zeitungsente klingt, kann theoretisch jeder Mann: ein Kind stillen.

Es war vor mehr als zehn Jahren, genauer am 30. Oktober 2002, als eine Kurznachricht um die Welt ging, die für großes Aufsehen und noch mehr Ungläubigkeit sorgte. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete von einem 38-jährigen Mann aus Sri Lanka, der seine beiden Babys stillte, nachdem seine Frau drei Monate zuvor bei der Geburt gestorben war. Er habe eigentlich nur die Kinder an seine Brust genommen, um sie zu beruhigen. Nebst der Entspannung bei den Kindern, schoss bei ihm die Milch ein.

Können Männer stillen?

Nicht wenige werden diese Geschichte als Zeitungsente abgetan haben. Tja, hätten sie mal den Talmud gelesen: Denn bereits vor etwas mehr als 1500 wurde darin ein sehr ähnlicher Fall niedergeschrieben. Und auch der wohl bedeutendste Naturforscher Alexander Humbold weiß von einem Bauern namens Francisco Lozano zu berichten, der seinen Sohn mit der eigenen Milch gestillt habe. Wörtlich: "Als die Mutter krank wurde, nahm der Vater das Kind, um es zu beruhigen, in sein Bett und drückte es an seine Brust. Lozano war 32 Jahre alt und hatte bis dahin keine Milch in der Brust verspürt; aber die Reizung der Warze, an der das Kind sog, bewirkte eine Ansammlung dieser Flüssigkeit. Die Milch war fett und sehr süss. Der Vater, über das Anschwellen seiner Brust erstaunt, reichte sie dem Kind und stillte es fünf Monate zwei- bis dreimal täglich (…)."

Und tatsächlich ist körperlich jeder Mensch dazu in der Lage, Milch zu produzieren - denn Brustdrüsen haben Frauen wie Männer. Deren Existenz alleine, reicht aber noch nicht, dass Milch einschießt. Essentiell ist der äußere Reiz, also das Saugen des Babys an den Brustwarzen. Das lässt den Körper spezielle Hormone ausschütten, die wiederum die Milchproduktion ankurbeln, zumindest bei einigen Männern. Eine gewisse mentale Bereitschaft ist gewiss auch von Nöten - doch daran scheint es bei vielen Vätern neuerdings auch nicht zu mangeln. Denn in Väter-Foren wird das Thema immer öfter diskutiert. Kein Wunder, ist ja die Mutter-Kind-Beziehung nicht nur auf Grund der Schwangerschaft, sondern auch wegen des Brustgebens besonders intensiv. Nicht wenige Väter wünschen sich das auch.

Was leisten die männlichen Milchdrüsen?

Milchmänner

Allerdings sind dem Ganzen auch Grenzen gesetzt und zwar, wenn es darum geht das Kind auch wirklich satt zu kriegen: Der Mann hat zwar Milchdrüsen, aber weniger als die Frau - nur in den seltensten Fällen kann er soviel Milch produzieren, das es zur Füllung von Babys leeren Magen reicht.
Und zuletzt wäre noch zu diskutieren, was denn eigentlich die Mütter davon halten, wenn Daddy auf einmal diese weibliche Bastion erstürmt. Ob mit Abwehr oder Erleichterung?  Naja, der Gedanke scheint auf jeden Fall etwas gewöhnungsbedürftig.

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Baby schaut komisch, wenn Daddy ihm die Brust anbietet.

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07.08.2008 16:30
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