Lust auf Sex – Eine Frage des Alters?

Donnerstag, 25.10.2012

Frau will Sex und Mann hat Kopfschmerzen! Was sich zunächst nach verkehrter Welt anhört, ist so unrealistisch nicht. Angeblich sollen Frauen mit steigendem Alter mehr Lust auf Sex bekommen, während die Libido des Mannes abnimmt. Stimmt's?

Es ist so eine Sache mit der Lust – vor allem zwischen Mann und Frau. Im Extremfall will er immer und überall Sex, während sie lieber gemütlich kuscheln möchte. Wenn sie auch nicht immer so stark ausfallen muss, so sorgt diese Diskrepanz in Sachen sexueller Begierde doch häufig  für Unmut in der Beziehung. Darf man einem bekannten Sex-Mythos Glauben schenken, relativiert sich dieses lustvolle Ungleichgewicht allerdings mit fortschreitendem Alter. Während Sex im Leben der Frau eine immer größere Rolle spielt, reduziert sich die Libido des Mannes, so der Mythos. Wunschvorstellung oder weiblicher Hoffnungsanker für die Zukunft? Hoffnungsanker!

Die Lust von Männern und Frauen 

Tatsächlich kommt der Mythos vom Wandel der Lust nicht von ungefähr. Im Allgemeinen ist die Lust auf Sex bei Männern und Frauen je nach Alter sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die sexuelle Hochzeit des Mannes fällt auch mit dem Maximum seiner körperlichen Leistungsfähigkeit zusammen: Anfang 20 ist er nicht nur körperlich topfit, es dürstet ihn auch besonders stark nach sexueller Befriedigung. Seit Beginn seiner Pubertät ist dieses Verlangen im Normalfall immer weiter angestiegen. Jetzt hat es seinen Höhepunkt erreicht: Er kann, möchte und verlangt nach möglichst viel Sex. Bei Frauen geht diese Entwicklung sehr viel langsamer vor sich. Auch beim weiblichen Geschlecht erwachen mit der Pubertät sexuelle Gelüste, sie steigen aber in sehr viel gemächlicherem Tempo und haben ihren Höhepunkt mit Anfang 20 noch lange nicht erreicht.

Warten auf lustvollere Zeiten

Jetzt ist sie da die Diskrepanz und daran wird sich bei den meisten Menschen auch über viele Jahre nur wenig ändern. Erst wenn Mann und Frau um die 30 Jahre alt sind, nähert sich die sexuelle Lust einander an. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Zum einen wird die Lust von äußeren Umständen beeinflusst. Männer stehen in diesem Alter häufig bereits im Beruf, die Karriere wird für viele zum neuen, wichtigen Lebensmittelpunkt. Mitunter haben sie bereits eine Familie gegründet und wollen Verantwortung übernehmen. Kurzum: Die persönlichen Prioritäten verschieben sich. Natürlich gilt gleiches auch für viele Frauen, doch bei ihnen spielt häufig noch ein anderer Umstand hinein, der die Lust begünstigt: Mit steigendem Alter werden viele Frauen sexuell selbstbewusster. Sie kennen ihren Körper, wissen, was ihnen gefällt, wie sie ihre Lust steigern können. Sie stehen mitten im Leben und fordern ihre Bedürfnisse beim Partner stärker ein: Sie leben ihre Lust selbstbewusst und mit Nachdruck aus.

Auch Hormone verändern die Lust

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Neben diesen äußeren Faktoren, spielt auch unser Körper eine Rolle in Sachen Lustwandel. Um das 30. Lebensjahr treffen sich Mann und Frau körperlich in der lustvollen Mitte. Verantwortlich hierfür ist das Lusthormon schlechthin: Testosteron. Beim Mann beginnt es langsam aber sicher zu sinken und damit reduziert sich auch seine Begierde. Auch im Körper der Frau weckt Testosteron sexuelles Verlangen, es wird in Eierstöcken und der Nebennierenrinde produziert – wenn auch in sehr viel kleineren Dosen als beim Mann. Das bedeutet jedoch nicht, dass Frauen aus diesem Grund weniger Verlangen nach Sex haben. Sie reagieren sehr viel sensibler auf das Lust-Hormon. Während der Mann also mit 30 bereits lustmäßig auf dem absteigenden Ast wandelt, erreichen Frauen rein körperlich um das 35. Lebensjahr ihren sexuellen Höhepunkt. Ihr Östrogen im Körper sinkt und damit kann das Testosteron eine stärkere Wirkung entfalten. Lust bekommt einen ganz neuen Stellenwert.

Lust auf Sex vor der Menopause

Nicht selten ist das Verlangen nach körperlichen Intimitäten bei Frauen um die 40 sehr viel höher als bei gleichaltrigen Männern, deren Testosteron-Spiegel weiter sinkt. Erst in der Menopause kommt auch die Frau körperlich gesehen wieder zu Ruhe: Der Östrogenwert nimmt weiter ab und die Eierstöcke produzieren weniger Testosteron. Die weibliche Lust muss damit aber nicht zwangsläufig zurückgehen, immerhin haben auch die äußeren Faktoren einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Verlangen. Vielleicht gelingt es Mann und Frau nun ein zweites Mal ihre lustvolle Mitte zu finden.

Frauen wollen weniger Sex als Männer

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