Jenseits der Zweisamkeit: Polyamorie – Freie Liebe

Donnerstag, 08.11.2012

Zu einer Beziehung gehören immer zwei – für polyamore Menschen gilt dieser Grundsatz nicht. Sie leben in offenen Beziehungen und erzählen in Felix Ihlefeldts Buch von ihren Erfahrungen.

Liebe bis zum letzten Atemzug? Die Vorstellung einer lebenslangen Zweierbeziehung ist romantisch, entspricht aber eher selten der Realität. Viele Menschen leben heute in serieller Monogamie, das heißt verbringen einzelne Abschnitte ihres Lebens mit je unterschiedlichen Partnern. Andere geben lediglich vor in einer dauerhaften Zweierbeziehung zu leben und verfolgen heimlich weitere Liebesbeziehungen. Und wieder andere leben ihre alternative Liebesbeziehung ganz offen: Sie folgen der Idee der freien Liebe, führen stabile, offene Beziehungen. Der Berliner Sozialtherapeut Felix Ihlefeldt hat 2008 ein Buch zu dem Thema veröffentlicht, das jetzt in einer Neuauflage erschienen ist: "Wenn man mehr als einen liebt – Polyamorie und andere Formen, Beziehungen freier zu gestalten."

Wie kann eine offene Beziehung funktionieren?

In seinem Buch lässt der Autor Männer und Frauen, die in offenen Beziehungen leben, aus ihrem Leben und von ihren Erfahrungen mit alternativen Beziehungsformen berichten. In einem Zeitraum von fünf Jahren hat er dafür Paare und Trios interviewt. Die Frage, die er in den Mittelpunkt stellte: Wie können Menschen Alternativen ernsthaft und langfristig leben und wie beziehungsweise warum funktioniert das? Kapitelweise lässt er je ein Paar oder eine Beziehungsgemeinschaft zu Wort kommen.

Polyamorie: "Öffnung schafft Nähe"

"Ich finde es einfach toll, dass ich mit einem anderen Mann ins Bett gehen könnte und dann nach Hause kommen und das erzählen kann", erzählt  Maria in Ihlefeldts Buch. Sie und ihr Partner René öffneten sich langsam und behutsam für andere Kontakte. Renés Fazit: „Öffnung schafft Nähe.“ Anders Gerd, Sybille und Lydia: Sie scheren sich überhaupt nicht um allgemeine Regeln. Und dann sind da noch Elisabeth, Thomas und Maike, die sich über die Tantra-Szene kennengelernt haben.

Polyamorie_Textbild.jpg

Bedeutet freie Liebe immer freie Sexualität?

Wie gehen die Paare mit Eifersucht um? Welche partnerschaftliche Verständigung ist nötig? Sind die Paare glücklich und wo lauern Konflikte? Bedeutet freie Liebe immer auch freie Sexualität? Diese und andere Fragen habe Ihlefeldt  im Hinterkopf gehabt, als er sich mit den Menschen, die dieses Buch füllen, traf, schreibt der Autor in seiner Einleitung. So viel sei vorab verraten: Der Berliner glaubt an die Zukunftsfähigkeit der offenen Beziehung und stellt sich vor, dass jenseits der Idealisierung von Zweierbeziehungen künftig verschiedene Beziehungsformen nebeneinander existieren.

Das Buch "Wenn man mehr als einen liebt" von Felix Ihlefeldt ist im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen. Es kostet 9,95 Euro und ist zum Beispiel bei amazon.de erhältlich.

Über den Autor
Felix Ihlefeldt ist Sozialtherapeut und lebt in Berlin. Sein Interesse gilt den Themen Sexualität und Partnerschaft. Er beschäftigt sich etwa mit Fragen nach dem Zusammenhang zwischen Gewalt und nicht gelebter Lust, nach der Freiheit in der Liebe und nach besonderen Spielformen der Sexualität. In seinem ersten Buch „Abenteuer Hure“ hat er Frauen porträtiert, die eigene Wege gehen, um sich selbst zu verwirklichen.

Polyamorie: Zu einer offenen Beziehung gehören nicht nur zwei Menschen.

Lebe lieber ungewöhnlich? In einer offenen Beziehung müssen sich Liebe und Sexualität nicht auf zwei Menschen beschränken.

Weitere Artikel

article
18554
Jenseits der Zweisamkeit: Polyamorie
Freie Liebe
Zu einer Beziehung gehören immer zwei – für polyamore Menschen gilt dieser Grundsatz nicht. Sie leben in offenen Beziehungen und erzählen in Felix Ih...
http://www.fem.com/liebe-lust/artikel/jenseits-der-zweisamkeit-polyamorie-freie-liebe
08.11.2012 16:04
http://www.fem.com/var/fem/storage/images/liebe-lust/artikel/jenseits-der-zweisamkeit-polyamorie-freie-liebe/349593-1-ger-DE/jenseits-der-zweisamkeit-polyamorie-freie-liebe_contentgrid.jpg
Liebe & Lust

Kommentare