Interview mit Sex-Toy-Designerin – Shiri knows good Sex

Freitag, 01.08.2008

Shiri Zinn ist bekannt für ihre Haute Couture, die sich mancher Star einiges kosten lässt. Allerdings geht es bei ihr weniger um noble Roben, als um kostbare Lustobjekte. Shiri Zinn entwirft die wohl teuersten Vibratoren der Welt.

fem.com-Redakteurin Shosha Peter hat Shiri interviewt und einige überraschende Antworten bekommen.

Shiri, wie kamst Du auf die Idee, Vibratoren aus Glas und Kristall, sowie Peitschen aus Schlangenleder zu designen, und beides mit Swarovsky-Steinen oder Marabou-Federn zu verzieren?

Eigentlich ist das eine längere und recht persönliche Geschichte. Während meiner Studienzeit ging ich zu einer Tantra-Therapie, um mehr über mich, meine Sexualität und meine Ängste in diesem Bereich zu erfahren. Meine Erlebnisse dort inspirierten mich zu meinem "Designer Sex Toys"-Konzept und dem Quarzkristall-Dildo, einem Projekt für das Central Saint Martins College of Art & Design (www.csm.arts.ac.uk) in London. Dieser Dildo bedeutet mir wirklich sehr viel. Er verhalf mir zu meiner ersten weiblichen Ejakulation. Auch die anderen Materialien mit denen ich arbeite, kommen zum großen Teil aus dem Tantra-Bereich, wie z.B. Federn.

Kurz darauf hast du angefangen, Deine Designer-Sex-Toys auf dem freien Markt anzubieten. Hat dich jemand dabei unterstützt?
Nein, eigentlich habe ich alles alleine gemacht und mache das auch weiterhin so. Das nötige Geld für die Produktion kam von der Bank, ich war ja nur eine arme Studentin, reich allein an einer riesigen Vorstellungsgabe. Geholfen hat mir nur ein ulkiger Sponsor: Er unterstützt mich, wenn ich meine Arbeiten als Kunstwerke in Galerien ausstelle und private Ausstellungen organisiere.

Für wen machst Du Deine Toys, wer kauft sie? Man hört, Du hast auch prominente Kundschaft?
Nun, 40 Prozent meiner Produkte verkaufe ich tatsächlich an die Prominenz - das ist aber nicht mein Hauptgeschäft. Viel häufiger verkaufe ich meinen Minx-Vibrator und noch kostengünstigere Exemplare. Der Minx ist ein fabelhaft starker Vibrator und kostet nur 169 Pfund. Allerdings hat er nicht den Griff aus echtem Silber, wie sein teures Vorbild, der Glass Piece. Den wiederum  gibt es nur in limitierter Edition für 1000 Pfund beim Londoner Edel-Sex-Shop Coco de Mer (www.coco-de-mer.com) oder direkt bei mir. Baby Spice Emma Bunton hat so einen, aber auch Ivana Trump habe ich einen verkauft und Kate Moss - besonders stolz bin ich aber auf eine Kundin, meine persönliche Heldin: Benazir Bhutto, die ehemalige Premierministerin von Pakistan!

Woher holst Du Dir deine Ideen, wie lässt Du Dich inspirieren?
Das ist nicht leicht. Ich muss mich konzentrieren können und in meiner Mitte sein. Wenn es zu heiß her geht oder Chaos während der Produktion herrscht, nimmt mir das die Kraft. Kommen mir Ideen für Design, dann muss ich unverkrampft und spielerisch sein, nur so kann ich sie mir vor meinem inneren Auge richtig vorstellen. Meist inspiriert mich die Natur und manchmal auch Antiquitäten.

Deine Vibratoren und Peitschen werden in Handarbeit hergestellt. Wo denn, und wie lange dauert die Anfertigung der edlen Stücke?
Die High-End-Vibratoren in limitierter Edition aus Glas und Kristall werden ausschließlich in England hergestellt. Das dauert schon seine zwei Monate, bis ein Stück fertig ist. Die preiswerteren Varianten lasse ich halb in Asien und halb in England produzieren.


Eine private Frage: Benutzt Du Deine Sex-Toy selber?
Ja, natürlich. Den Minx habe ich selber ein Jahr lang ausprobiert, bevor ich ihn dann tatsächlich zum Verkauf freigab. Ich wollte sicher gehen, dass er zuverlässig ist und einen wirklich guten Orgasmus beschert. Die Peitschen habe ich auch eine Zeit lang benutzt, damals hatte ich einen Sex-Sklaven. Im Moment brauche ich sie aber nicht, weil mein jetziger Partner sehr folgsam ist!
Wird es nicht irgendwann langweilig, immer nur Sexspielzeuge zu designen?
Nein, gar nicht. Denn es geht ja eigentlich nicht darum, was ich designe, sondern wie ich designe. Meine Arbeit ist mein Leben - alles ist Design. Sex ist einfach nur ein Bereich, der mir größere Freiheiten lässt. Letztlich fühle ich mich mehr als Künstlerin, als alles andere.

Man kann sich gut vorstellen, dass manche Menschen recht ulkig reagieren, wenn sie Dich kennenlernen und von Deiner Profession erfahren …
Ja genau, deshalb vermeide ich es auch, darüber zu sprechen - die Leute hören sonst gar nicht mehr auf, einem Löcher in den Bauch zu fragen. Dennoch kommt ich nicht ganz umhin, mich solchen Situationen auszusetzten. Manchmal fliege ich mit meiner gesamten Kollektion zu Kunden nach Südfrankreich oder Marokko, dann habe ich am Security Check doch einiges zu erklären.

Vielen Dank für das Gespräch, Shiri Zinn.

Hintergrundinfos: Shiri Zinn ist Modesignerin mit Diplom. Sie hat am renommierten St. Martins College for Art and Design in London studiert. Ihre Vibratoren und Peitschen wurden 2002 mit dem Internationalen Erotik Award ausgezeichnet. Als Kunstwerke sind sie unter anderem im Museum of Sex in New York zu bestaunen. Ihren Minx-Vibrator gibt es in verschiedenen Erotik-Shops für Frauen, sowie im Netz. Die limitierten Editionen aus Kristall und mit Swarovsky-Steinen kann man bei der Designerin selbst bestellen.

Mehr Infos: www.shirizinn.com

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