HPV: Feigwarzen/Gebärmutterhalskrebs, Erst Sex, dann Krebs?

Freitag, 10.05.2013

Wir klären auf über die häufigsten Geschlechtskrankheiten. Heute: eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV), die Feigwarzen und sogar Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

Sexuell übertragbare Erkrankungen sind noch immer ein Tabuthema. Dabei kommen gerade heute viele Menschen wenigstens einmal im Leben mit ihnen in Kontakt – nicht zuletzt aufgrund der steigenden Anzahl an Sexualpartnern. Die Statistiken sprechen folglich für sich: Krankheiten wie Tripper (Gonorrhoe) und Lues (Syphilis) sind wieder auf dem Vormarsch.

Die meisten Infektionen werden durch Bakterien und Pilze verursacht und sind – einmal erkannt – gut behandelbar. Doch gibt es auch Krankheiten (vor allem virale), die schwere Folgen bis hin zum Tod mit sich bringen können. Wir klären daher in unserer Serie auf über die bekanntesten Infektionen im Genitalbereich. Heute: eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV).

Die Viren: Humane Papillomaviren, kurz HPV

Kaum zu glauben, aber wahr: Fast jede Frau steckt sich mindestens einmal in ihrem Leben mit Humanen Papillomaviren, kurz HPV, an. Circa 90 Prozent der Infizierten bemerken davon allerdings nichts, weil ihr Immunsystem selbst mit  den Erregern fertig wird. In den übrigen Fällen können die Viren unangenehme, aber harmlose Feigwarzen, in seltenen Fällen hingegen auch Gebärmutterhalskrebs auslösen.

Über die Schleimhäute und die Haut können die mehr als 120 verschiedenen HP-Viren auf und in unseren Körper gelangen. Damit ist die Krankheit nicht ausschließlich, aber auch sexuell übertragbar: Etwa 40 der bekannten Virustypen werden als sogenannte genitale HPV bezeichnet, sie siedeln sich also innerhalb des Genitalbereichs an.  Kondome können das Risiko einer Ansteckung verringern, gänzlich verhindern können sie eine Übertragung in diesem Fall aber nicht.

HPV-Infektion: Symptome sind die Ausnahme

Eine HPV-Infektion kann durch einen Schleimhaut-Abstrich beziehungsweise einen speziellen HPV-Test vom Frauenarzt nachgewiesen werden. Symptome treten in der Regel jedoch nicht auf. In einigen Fällen lösen die Viren – vor allem HPV 6 und 11 – allerdings Feigwarzen im Genitalbereich aus. Diese rötlichen, bräunlichen oder weißlichen Knötchen können wenige Millimeter, aber auch einige Zentimeter groß werden und weisen meist eine unebene Oberfläche auf. Unter Umständen können sie Jucken oder Brennen verursachen.

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Sehr viel seltener, aber leider auch sehr viel gefährlicher ist die Ausbildung eines Zervixkarzinoms (Gebärmutterhalskrebs). Bei etwa ein bis drei Prozent aller infizierten Frauen lösen Humane Papillomaviren – vor allem HPV 16 und 18 – Veränderungen im Zellgewebe des Muttermunds aus, die sich über viele Jahre zu einem bösartigen Tumor entwickeln können – aber nicht müssen.

Die Therapie: Impfung gegen HPV, Behandlung von Feigwarzen

Direkt therapieren lässt sich eine HPV-Infektion nicht. Werden die Viren im Genitalbereich etwa infolge der jährlichen Krebsvorsorge nachgewiesen, wird der Frauenarzt eventuell häufigere Kontrollen durchführen und das Gewebe im Auge behalten. Treten Feigwarzen auf, können diese mit Salben und Cremes behandelt oder operativ entfernt werden, wenn sie nicht von selbst abheilen.

Zur Vorsorge einer HPV-Infektion gibt es seit 2006 eine Impfung gegen einige HP-Viren. Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Mädchen zwischen  12 und 17 Jahren empfohlen, um das Risiko einer Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs zu verringern.

>> Teil I der Reihe: Chlamydien-Infektion 
>> Teil II der Reihe: Scheidenpilz 
>> Teil III der Reihe: Tripper 
>> Teil IV der Reihe: HPV 
>> Teil V der Reihe: Syphilis
>> Teil VI der Reihe: Genitalherpes
>> Teil VII der Reihe: HIV/Aids
>> Teil VIII der Reihe: Hepatitis B

HPV: Symptome & Behandlung

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