Tripper: Ein gefährliches Nachspiel

Donnerstag, 14.01.2016

Tripper, medizinisch Gonorrhoe genannt, ist eine gefährliche Infektion, die in schlimmen Fällen sogar zu Unfruchtbarkeit führen kann. In unserer Serie über die häufigsten Geschlechtskrankheiten klären wir über Tripper auf.

Sexuell übertragbare Erkrankungen sind noch immer ein Tabuthema. Dabei kommen gerade heute viele Menschen wenigstens einmal im Leben mit ihnen in Kontakt – nicht zuletzt aufgrund der steigenden Anzahl an Sexualpartnern. Die Statistiken sprechen folglich für sich: Krankheiten wie Tripper (Gonorrhoe) und Lues (Syphilis) sind wieder auf dem Vormarsch.

Die meisten Infektionen werden durch Bakterien und Pilze verursacht und sind – einmal erkannt – gut behandelbar. Doch gibt es auch Krankheiten (vor allem virale), die schwere Folgen bis hin zum Tod mit sich bringen können. Wir klären daher in unserer Serie auf über die bekanntesten Infektionen im Genitalbereich. Heute: Tripper, medizinisch Gonorrhoe genannt.

Die Krankheit: Tripper (Gonorrhoe)

Tripper ist eine sehr ansteckende Krankheit, die über die Schleimhäute übertragen wird. Weltweit ist jedes Jahr rund ein Prozent der Bevölkerung betroffen – und zwar Männer und Frauen gleichermaßen. Damit gehört Gonorrhoe zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen überhaupt. Bis zum Jahr 2000 war eine Ansteckung sogar meldepflichtig.

Ungeschützter Geschlechtsverkehr ist die Hauptursache für eine Ansteckung mit den Tripper auslösenden Gonokokken (genauer: Neisseria Gonorrhoeae). Dabei können die Bakterien nicht nur die Schleimhäute der Harnwege und Geschlechtsorgane befallen, auch Rachen und Enddarm sind durch Oral- bzw. Analverkehr immer wieder betroffen; Bindehäute etwa durch das Reiben der Augen. Die Folge sind eitrige Entzündungen. Schutz vor der Geschlechtskrankheit bieten ausschließlich Kondome

Tripper-Symptome: Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen

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Das Tückische am Tripper: Viele Frauen bemerken zunächst keinerlei oder nur leichte Beschwerden und suchen daher erst einmal keinen Arzt auf, obwohl sie die Infektion bereits weitergeben können. Andere Betroffene bemerken infolge der Entzündung von Gebärmutterhals und Muttermund einen weiß-gelblichen Ausfluss. Ist auch die Harnröhre infiziert, können sich zudem Schmerzen beim Wasserlassen einstellen. Auch Eileiter, Eierstöcke sowie die genitalen Geschlechtsdrüsen sind immer wieder betroffen. In der Regel werden diese Entzündungen von Fieber und Schmerzen im Unterbauch und/oder Scheidenbereich begleitet.

Die Therapie: Antibiotika gegen Gonokokken

Wird ein Tripper nicht behandelt, können die Bakterien sich immer weiter verbreiten und andere Organe und Gewebe im Körper infizieren. Möglich sind neben den bereits genannten Entzündungen solche des Bauchfells, der Gelenke oder der Hirnhaut. Nicht zuletzt kann eine unbehandelte Gonorrhoe zu Unfruchtbarkeit führen. Eine ärztliche Behandlung mit Antibiotika ist daher in jedem Fall unumgänglich – auch für den Partner, um künftige gegenseitige Ansteckungen zu verhindern. Homöopathisch lässt sich die Behandlung etwa durch die Einnahme von Cubebenpfeffer oder Schwefel unterstützen.

Tripper in Zukunft nicht mehr behandelbar?

Zuletzt kursierten Meldungen aus England, denen zufolge Tripper zur unbehandelbaren Krankheit werden könnte. Wie BBC News berichtet, warnte die Leiterin der britischen Gesundheitsbhörde, Dame Sally Davies, Ärzte und Apotheken vor anhaltend auftretenden Antibiotikaresistenzen von Gonokokken. Die Online-Ausgabe der Pharmazeutischen Zeitung berichtete bereits 2014 von weltweit steigenden Resistenzzahlen. Dr. Petra Spornraft-Ragaller von der Technischen Universität Dresden zufolge könnten unter anderem "ein inadäquater Einsatz von Antibiotika, die in manchen Ländern ohne Rezept erhältlich sind", aber auch der lange Einsatz einzelner Substanzen und ungenügende Daten zur Resistenzlage Auslöser des Problems sein, heißt es in dem Artikel. Auch bei BBC News wird eine falsche Medikation von Patienten, die anstelle der zwei empfohlenen Antibiotika-Präparate (Ceftriaxon und Azithromycin) nur eines bekämen, als möglicher Grund genannt. In ihrem Brief bat Davies daher um die Sicherstellung der korrekten Medikation.

Vermuten Sie an Tripper erkrankt zu sein, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, der eine gesicherte Diagnose stellen, alle Fragen zur Infektion beantworten und die richtige Behandlung einleiten kann. 

Möchten Sie sich über weitere Geschlechtskrankheiten informieren? Hier finden Sie alle Artikel aus unserer Serie:

>> Teil I der Reihe: Chlamydien-Infektion 
>> Teil II der Reihe: Scheidenpilz 
>> Teil IV der Reihe: HPV 
>> Teil V der Reihe: Syphilis
>> Teil VI der Reihe: Genitalherpes
>> Teil VII der Reihe: HIV/Aids
>> Teil VIII der Reihe: Hepatitis B

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Tripper: Symptome & Behandlung

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