Syphilis (Lues) - Die Lustseuche

Montag, 02.12.2013

In unserer neuen Serie klären wir über die häufigsten Geschlechtskrankheiten auf. Teil fünf: Syphilis – eine seit jeher gefürchtete Infektion, die zu schweren Organschäden führen kann.

Sexuell übertragbare Erkrankungen sind noch immer ein Tabuthema. Dabei kommen gerade heute viele Menschen wenigstens einmal im Leben mit ihnen in Kontakt – nicht zuletzt aufgrund der steigenden Anzahl an Sexualpartnern. Die Statistiken sprechen folglich für sich: Krankheiten wie  Tripper (Gonorrhoe) und Syphilis (Lues) sind wieder auf dem Vormarsch.

Die meisten Infektionen werden durch Bakterien und Pilze verursacht und sind – einmal erkannt – gut behandelbar. Doch gibt es auch Krankheiten (vor allem virale), die schwere Folgen bis hin zum Tod mit sich bringen können. Wir klären daher in unserer Serie auf über die bekanntesten Infektionen im Genitalbereich. Heute: Syphilis, auch Lues oder Harter Schanker genannt.

Die Krankheit: Syphilis (Lues)

Nietzsche litt an ihr, Heine auch und Beethoven wurde infolge der Infektion taub: Syphilis war vor allem in der Vergangenheit eine gefürchtete Geschlechtskrankheit, gegen die es kein potentes Heilmittel gab. Mit der Entdeckung des Penizillins verlor die Erkrankung nach für nach ihren Schrecken und so verwundert es nicht, dass sich die „Lustseuche“ – wie sie einst genannt wurde – mittlerweile wieder ausbreitet und das Infektions-Niveau der 1980er-Jahre erreicht hat.

Heute ist Syphilis in erster Linie eine Männerkrankheit, die vor allem homosexuelle Männer betrifft. Doch auch Frauen können sich mit dem Bakterium Treponema Pallidum infizieren. Die größte Ansteckungsgefahr birgt Geschlechtsverkehr, doch selbst eine Ansteckung durch Küsse ist möglich. Über kleine Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut können die Erreger in den Körper eindringen. Den sichersten – wenn auch nicht vollkommenen – Schutz vor einer sexuellen Infektion bieten daher Kondome.

Die Symptome: Von Geschwüren bis hin zu Organschäden

Das Tückische an Syphilis: Viele Infizierte bemerken die Erkrankung zunächst nicht oder halten sie für eine Herpes-Infektion. An der Eintrittsstelle der Bakterien entsteht meist nach zwei bis drei Wochen ein kleines Knötchen, das sich mit der Zeit zu einem etwa münzgroßen, meist nicht schmerzhaften Geschwür entwickelt, das Harter Schanker oder Ulcus durum genannt wird. Dieses Geschwür – es können auch mehrere auftreten – sondert eine hochinfektiöse Flüssigkeit ab. In der nächsten Krankheitsphase kann es zu grippeähnlichen Symptomen und Schwellungen der Lymphknoten kommen. Zudem tritt häufig ein Hautausschlag auf.

Nach Abheilen dieser Symptome glauben viele Betroffene, die Infektion überstanden zu haben – in etwa der Hälfte der Fälle trifft diese Vermutung auch zu. In den übrigen Fällen jedoch ruht die Krankheit lediglich und kann noch nach Jahren zu schweren Schäden der Organe, Gefäße und des Zentralen Nervensystems führen.

Die Therapie: Penizillin

Die gute Nachricht: Syphilis lässt sich gut und in der Regel ohne bleibende Schäden heilen. Dabei gilt jedoch: Je früher die Geschlechtskrankheit entdeckt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Vor allem Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern sollten sich daher wenigstens einmal im Jahr beim Arzt auf Syphilis testen lassen. Wer sich infiziert hat, sollte unbedingt seinen Partner informieren, damit auch er sich untersuchen lassen kann. Zur Behandlung werden Antibiotika eingesetzt – in den allermeisten Fällen Penizillin.

>> Teil I der Reihe: Chlamydien-Infektion 
>> Teil II der Reihe: Scheidenpilz 
>> Teil III der Reihe: Tripper 
>> Teil IV der Reihe: HPV 
>> Teil VI der Reihe: Genitalherpes
>> Teil VII der Reihe: HIV/Aids
>>Teil VIII der Reihe: Hepatitis B

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Syphilis: Symptome & Behandlung

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