Geschlechtskrankheiten: HIV/Aids Heilung ausgeschlossen

Freitag, 14.06.2013

In unserer Serie klären wir über die häufigsten Geschlechtskrankheiten auf. Heute: die HIV-Infektion. Unbehandelt kann sie zum Ausbruch von Aids und zum Tod führen.

Sexuell übertragbare Erkrankungen sind noch immer ein Tabuthema. Dabei kommen gerade heute viele Menschen wenigstens einmal im Leben mit ihnen in Kontakt – nicht zuletzt aufgrund der steigenden Anzahl an Sexualpartnern. Die Statistiken sprechen folglich für sich: Krankheiten wie  Tripper (Gonorrhoe) und Syphilis (Lues) sind wieder auf dem Vormarsch.

Die meisten Infektionen werden durch Bakterien und Pilze verursacht und sind – einmal erkannt – gut behandelbar. Doch gibt es auch Krankheiten (vor allem virale), die schwere Folgen bis hin zum Tod mit sich bringen können. Wir klären daher in unserer Serie auf über die bekanntesten sexuell übertragbaren Infektionen. Heute: HIV, das Humane-Immundefizienz-Virus.

Die Krankheit: HIV/Aids

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung leiden weltweit etwa 34 Millionen an HIV. In Deutschland sind die Zahlen verglichen mit anderen Ländern relativ niedrig: Ende 2012 waren circa 78.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Die überwiegende Zahl, nämlich Dreiviertel der Betroffenen, sind Männer, die mit Männern Geschlechtsverkehr haben. Sex ist heute mit mehr als 90 Prozent fast die alleinige Ursache für eine Ansteckung mit dem gefährlichen Virus, das nach wie vor unheilbar und tödlich ist.

Angriff auf das Immunsystem

Die HI-Viren finden sich vor allem im Blut, Sperma, dem Scheiden- und Analsekret infizierter Patienten. Einzigen Schutz vor einer Ansteckung durch Geschlechtsverkehr bieten daher Kondome. Dringen die Viren bei ungeschütztem Sex in den Körper ein, greifen sie hier das Immunsystem ihres Wirts an, bis es schließlich zusammenbricht. Die Folge dieser nun als Aids (acquired immunodeficiency syndrome, zu deutsch: erworbenes Immundefektsyndrom) bezeichneten Erkrankung sind oft schwere, lebensbedrohliche Infektionen, gegen die sich der Körper kaum noch zu wehren vermag.

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Wer sich mit HIV infiziert hat, verspürt oft nach einigen Tagen oder Wochen grippeähnliche Symptome, wie Fieber oder geschwollene Lymphknoten. Der Körper versucht die eingedrungenen Viren zu bekämpfen und bildet Antikörper. Sie sind nach spätestens drei Monaten im Blut per HIV-Test nachweisbar. Die Erkrankung geht nun in eine Latenzphase über, die durchschnittlich rund zehn Jahre andauert. In dieser Zeit vermehren sich die Viren weiter und schwächen das Immunsystem immer stärker – bis es zum Ausbruch von Aids kommt. Jetzt erkranken Betroffene häufig an Pilz- oder Herpes-Infektionen, einer Lungenentzündung oder Krebs – ohne, dass ihr Körper den Erreger etwas entgegensetzen könnte.

HIV: Keine Heilung, aber Hilfe

HIV ist noch immer eine tödliche, unheilbare Krankheit. Allerdings gibt es heute Medikamente, die die Verbreitung der HI-Viren unterbinden und den Ausbruch von Aids verhindern können. Dafür  müssen die Medikamente regelmäßig und ein Leben lang eingenommen werden; zudem können sie zu schweren Nebenwirkungen führen. Je früher eine Therapie begonnen wird, desto höher stehen die Chancen, dass sich das Immunsystem wieder erholt. 

>> Teil I der Reihe: Chlamydien-Infektion 
>> Teil II der Reihe: Scheidenpilz 
>> Teil III der Reihe: Tripper 
>> Teil IV der Reihe: HPV 
>> Teil V der Reihe: Syphilis
>> Teil VI der Reihe: Genitalherpes
>> Teil VII der Reihe: HIV/Aids
>> Teil VIII der Reihe: Hepatitis B

HIV / Aids: Symptome & Behandlung

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