Chlamydien - Heimlicher Intim-Erreger

Montag, 09.11.2015

Chlamydien sind sehr häufig vorkommende, aber ziemlich tückische Erreger. In Teil 1 unserer Serie über Geschlechtskrankheiten beantworten wir die wichtigsten Fragen zu der sexuell übertragbaren Infektion (STI) mit Chlamydien.

Sexuell übertragbare Erkrankungen - wie zum Beispiel eine Chlamydien-Infektion - sind noch immer ein Tabuthema. Dabei kommen gerade heute viele Menschen wenigstens einmal im Leben mit ihnen in Kontakt – nicht zuletzt aufgrund der steigenden Anzahl an Sexualpartnern. Die Statistiken sprechen folglich für sich: Krankheiten wie  Tripper (Gonorrhoe) und Lues (Syphilis) sind wieder auf dem Vormarsch.

Der Begriff "Geschlechtskrankheiten"  bezieht sich traditionell nur auf die Erkrankungen Syphilis, Tripper, Weicher Schanker (Ulcus molle) und Lymphogranuloma venerum. Daher wird heute eher von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) gesprochen. Die meisten dieser Infektionen werden durch Bakterien und Pilze verursacht und sind – einmal erkannt – gut behandelbar. Doch gibt es auch Krankheiten (vor allem virale), die schwere Folgen bis hin zum Tod mit sich bringen können. Wir klären daher in unserer Serie auf über die bekanntesten sexuell übertragbaren Infektionen: von Tripper und Syphilis über Chlamydien- und Pilzinfektionen bis hin zu Erkrankungen an HIV und HPV. Heute: die Chlamydien-Infektion.

Die Krankheit: Chlamydien-Infektion

Infektionen mit Chlamydien gehören europaweit zu den häufigsten STI. Die Erkrankung wird durch Bakterien ausgelöst und trifft vor allem junge Menschen. Unbehandelt kann sie schwere Folgen bis hin zur Unfruchtbarkeit auslösen. Beim Geschlechtsverkehr werden die Bakterien nicht bloß vaginal, sondern auch anal oder oral übertragen. Sicheren Schutz vor Chlamydien bieten daher lediglich Kondome, die bei jeder Art des sexuellen Spiels angewendet werden sollten.

Die Symptome: Viele Frauen bemerken die STI nicht

Das Tückische an einer Infektion mit Chlamydien: Viele Betroffene bemerken ihre Erkrankung nicht, weil sie häufig keine Beschwerden auslöst. In den übrigen Fällen kann es etwa zu einem Brennen, Schmerzen beim Wasserlassen oder ungewöhnlichem Ausfluss kommen. Die Infektion muss unbedingt behandelt werden, da die Bakterien sonst

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den Eileiter hinaufwandern und ihn verkleben, eine Eileiterentzündung auslösen und damit möglicherweise zu Sterilität führen können, erklärt Gynäkologin Prof. Dr. Dr. Elisabeth Merkle im Ratgeber "Frauen, Sex und Liebe". Bei Schwangeren kann die Erkrankung außerdem zu Wehen oder einer Fehlgeburt führen. Zudem können werdende Mütter ihre Kinder während der Geburt anstecken.

Die Therapie: Antibiotika gegen Chlamydien

Eine Chlamydien-Infektion lässt sich vor allem im Anfangsstadium sehr gut mit Antibiotika behandeln. Besonders wichtig: Auch der Partner sollte untersucht und gegebenenfalls vom Urologen behandelt werden, um erneute gegenseitige Ansteckungen auszuschließen. "Als naturheilkundliche Behandlungsmethode kommen Vaginalzäpfchen mit ätherischem Thymianöl in Frage", empfiehlt zudem Sexualexpertin Dr. Laura Mèritt in ihrem Ratgeber "Frauenkörper neu gesehen". Ein Arzt sollte im Falle eines Ansteckungsverdachts jedoch in jedem Fall aufgesucht werden.

>> Teil II der Reihe: Scheidenpilz 
>> Teil III der Reihe: Tripper 
>> Teil IV der Reihe: HPV 
>> Teil V der Reihe: Syphilis
>> Teil VI der Reihe: Genitalherpes
>> Teil VII der Reihe: HIV/Aids
>>Teil VIII der Reihe: Hepatitis B

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Chlamydien: Symptome & Behandlung

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