Eileiterschwangerschaft: Das solltest du wissen

Dienstag, 21.06.2016 Alexandra Kirschner

Es geschieht bei ein bis zwei von 100 Schwangerschaften: Das befruchtete Ei nistet sich außerhalb der Gebärmutter ein. In den allermeisten Fällen liegt dann eine Eileiterschwangerschaft vor. Wir klären über Ursachen und Symptome auf.

Alles beginnt so wunderbar normal – die Übelkeit, das Spannen in den Brüsten, der positive Schwangerschaftstest – und dann stellt sich heraus: Im Uterus, also der Gebärmutter, ist kein Ei zu finden, obwohl es längst erkennbar sein müsste. In der Vielzahl solcher Fälle hat es sich stattdessen in der Schleimhaut des Eileiters eingenistet. Eine solche Eileiterschwangerschaft kann nicht ausgetragen werden. Im Gegenteil: Wird die Schwangerschaft nicht beendet, kann die Situation für die Frau lebensbedrohlich werden.

Was bedeutet Eileiterschwangerschaft?

Ein befruchtetes Ei wandert normalerweise von den Eierstöcken durch die Eileiter bis in die Gebärmutter und nistet sich dort ein. Dieser Vorgang dauert etwa drei bis fünf Tage. Stößt das Ei in den Eileitern allerdings auf Hindernisse oder ist der Transport des Eis verlangsamt, kann es zu einer Einnistung im Eileiter kommen, da sich das Ei nach spätestens sechs bis sieben Tagen einnistet – auch, wenn es die Gebärmutter noch nicht erreicht hat.

Wodurch kann eine Fehleinnistung verursacht werden?

Hindernisse in der Gebärmutter können zum Beispiel angeborene Einstülpungen oder Narbengewebe sein, das etwa durch eine vorangegangene Eileiterentzündung oder Operation entstanden ist. Zudem können sehr lange Eileiter der Grund dafür sein, dass ein Ei nicht rechtzeitig in der Gebärmutter eintrifft.

Entzündungen, die etwa durch Chlamydien ausgelöst werden, können zudem für funktionelle Störungen der Eileiter verantwortlich sein. "Die bakteriellen Entzündungen greifen das Flimmerepithel, das 'Transportband' der empfindlichen Eileiterschleimhaut an",  schreibt der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) auf seinem Gesundheitsportal "Frauenärzte im Netz". Klaffe hier eine Lücke an Flimmerhärchen, sei der Flüssigkeitsstrom verlangsamt oder sogar unterbrochen. Zudem merken Dr. Alenka Scholz und Silvia Höfer in ihrem Ratgeber "Meine Schwangerschaft" an, dass eine Hormondysbalance ebenfalls als Grund für eine mangelnde Transportfähigkeit der Eileiter diskutiert werde.

Woran erkennt man eine Eileiterschwangerschaft?

Eine Eileiterschwangerschaft kann zum Beispiel durch Bauchschmerzen bemerkt werden.

In vielen Fällen geht eine Eileiterschwangerschaft verloren, noch bevor die betroffene Frau sie bemerkt. Ist dies nicht der Fall, kann es im Anschluss an die klassischen Schwangerschaftsanzeichen ab etwa der sechsten bis neunten Woche zu Bauchschmerzen und/oder Schmierblutungen kommen. "Der Unterleib reagiert in manchen Fällen bereits auf leichte Berührung mit Abwehrspannung und die Körpertemperatur kann leicht erhöht sein", so der BVF. In jedem Fall sollten Sie bei Beschwerden einen Arzt aufsuchen.

Wie wird sie behandelt?

"Leider kann eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter nicht ausgetragen werden", schreiben Scholz und Höfer. Ist eine Eileiterschwangerschaft also durch einen Arzt bestätigt, wird der Embryo meist durch eine Operation oder ein die Zellteilung hemmendes Medikament entfernt – andernfalls könnte der Eileiter reißen, was zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen führen kann. Solche Notsituationen treten heute allerdings nur noch sehr selten auf. Die Sterblichkeit liegt laut BVF bei 0,1 Prozent.
In seltenen Fällen wird auch abgewartet um zu sehen, ob die Schwangerschaft auf natürlichem Wege abgeht. Diese Oprtion wird aber nur gewählt wenn die Schwangerschaft noch in einem sehr frühen Stadium ist und keine Beschwerden auftreten.

Wie geht es nach einer Eileiterschwangerschaft weiter?

Grundsätzlich können Frauen nach erfolgreicher Behandlung einer Eileiterschwangerschaft in Zukunft wieder schwanger werden. Allerdings ist das Risiko für eine erneute Eileiterschwangerschaft erhöht. Kriterien wie die Art der zurückliegenden Behandlung und die daraus resultierende Durchgängigkeit der Eileiter spielen hier zum Beispiel eine Rolle. Der BVF benennt das Risiko einer erneuten Eileiterschwangerschaft nach einer operativen Entfernung mit 15 Prozent, nach zwei solcher Schwangerschaften liege das Risiko sogar bei 40 Prozent. Bei medikamentös behandelten Frauen belaufe sich das Risiko auf rund sieben Prozent.

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Eine Eileiterschwangerschaft kann entstehen, wenn eine befruchtete Eizelle nicht rechtzeitig in der Gebärmutter eintrifft.

Bauchschmerzen und Schmierblutungen können auf eine Eileiterschwangerschaft hinweisen. Wenn eine solche Fehleinnistung der befruchteten Eizelle vorliegt, muss die Schwangerschaft aus gesundheitlichen Gründen beendet werden.

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