Burlesque: Mehr als nur Striptease

Montag, 17.03.2014

Subtile Verführung statt plakativem Posieren: Burlesque erfreut sich auch Jahrhunderte nach ihrer Entstehung größter Beliebtheit. Was hinter dem Burlesque-Phänomen steckt? Wir enthüllen es…

Wer an Burlesque denkt, dem kommt meist als erstes ihre populärste Vertreterin Dita Von Teese in den Sinn – tanzend in einem überdimensionalen Martiniglas mit kecken, kleinen Troddeln über ihren Brustwarzen. Und tatsächlich greift dieser Gedanke einen pikanten Aspekt des erotischen Tanzes auf. Doch Burlesque bedeutet noch so viel mehr – angefangen bei ihrer jahrhundertelangen Tradition, über den kunstvollen Tanz selbst, bis hin zu ihrem modischen Ausdruck. Burlesque ist Verführung, Verzauberung, Verkleidung…

Burlesque: Tanz mit Geschichte

Wäre Burlesque eine leicht bekleidete Dame, sie wäre mehrere hundert Jahre alt. Ein Vorläufer des erotischen Tanzes entstand bereits im europäischen Theater des 16. Jahrhundert, damals allerdings mit dem Augenmerk auf parodierenden und grotesken Elementen (vom italienischen Wort "burla" = "Scherz"). Generell diente die Burlesque (zu deutsch: Burleske) lange Zeit vielmehr der humorvollen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen als der aufreizenden Unterhaltung.

Burlesque trifft Striptease

Die Elemente des Striptease bahnten sich erst Mitte des 19. Jahrhundert langsam ihren Weg auf die Londoner Showbühnen und galten als Gegenpol zur Hochkultur des Adels. Und auch die US-Amerikaner entdeckten das enorme Unterhaltungspotenzial der Burlesque, brachten sie in ihren Varieté-Shows auf die Bühne. Tänzerinnen wie Josephine Baker und Gypsy Rose Lee wurden zu gefeierten Burlesque-Stars. Doch so sehr man sich in den Bann von lasziven Bewegungen und freizügigen Kostümen ziehen ließ, ein wichtiges Merkmal blieb immer unangetastet: Die schönen Frauen auf der Bühne entkleideten sich nie vollständig, überließen der verzückten Männerwelt immer noch Spielraum für eigene Fantasien.

Burlesque-Kleidung: Dessous, Pasties & Co.

Verführerische Kurven wollen schön verpackt sein. Ob transparente Spitzen-Dessous, Negligés oder Netzstrümpfe – die Outfits der Burlesque bestechen durch hochwertige, aber vor allem transparente und aufreizende Materialien. Und auch sonst darf tief in den Kleiderfundus oder Kostümverleih gegriffen werden. Federboas, Handschuhe, Fächer, Hüte und glitzerndes Geschmeide erinnern auch heute noch an die Glanzzeit der Burlesque-Tänze.

Den besonderen ästhetischen Kick verleihen aber die sogenannten Pasties: kleine, klebende Stoffstücke, die gerade so die Brustwarzen oder den Intimbereich bedecken. Pasties sorgen für maximale Nacktheit, ohne jedoch den Körper vollständig zu entblößen. Oft sind sie mit Quasten versehen, die sich – mit der richtigen Bewegung – im Rhythmus mitbewegen…

Licht aus, Spot an – so funktioniert burlesques Tanzen

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Bei der Burlesque geht es weniger um das "Strip", sondern mehr um das "-tease" - im Klartext: Zieh dich nicht aus, sondern turne dein Publikum an. Damit die Zuschauer der Tänzerin die Rolle der Verführerin abnehmen, bedarf es ein wenig Übung. Spezielle Tanzkurse bieten auch Anfängerinnen die Möglichkeit, den erotischen Tanz einzustudieren. Wichtig, neben ein wenig feinmotorischem Talent und Sinn für fließende Bewegungen, ist vor allem das richtige Auftreten. Charakteristisch für Burlesque ist eine Mischung aus feinsinnigem Sexappeal und perfekt inszenierter Koketterie bis unter die Hutkrempe.

Die Teilnehmerinnen der Tanzkurse lernen, ihren Körper selbstbewusst in Szene zu setzen, sich langsam und im Takt der Musik zu bewegen und dabei einen sinnlichen Gesichtsausdruck beizubehalten. Intime Stellen werden während des Tanzes nicht angefasst, sondern nur leicht gestreift, schließlich geht es nicht um plakative, pornografische Darstellung, sondern subtile Sinnlichkeit. Als Requisiten dienen der Burlesque-Tänzerin Teile ihres Kostüms – Fächer, Handschuhe, Federboa – oder aber ein Stuhl, auf dem sie ihrem Publikum elegant und geschmeidig einheizt. Ein wenig akrobatisches Können vorausgesetzt.

Der erotische Burlesque-Höhepunkt

Der prickelnde Höhepunkt: Wenn die Tänzerin ihren Oberkörper und die Arme so kreisen lässt, dass sich die Pasties auf den Brustwarzen im Rhythmus mitbewegen. Dieser Showact erfordert allerdings einige Übung bis er wirklich gelingt. Die Beifallsbekundungen dürften aber am Ende nicht abreißen - ob bei einer echten Aufführung im Theater oder im heimischen Schlafzimmer...

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Burlesque erfreut sich größter Beliebtheit - ob als sexuelle Spielerei im heimischen Schlafzimmer oder als heiße Aufführung auf den großen Showbühnen.

Nur nackte Haut? Wie langweilig! Burlesque ist Verführung in Reinform - obwohl oder gerade weil das letzte Höschen am Ende gar nicht fällt.

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