Aufklärung von Frauen: Studie – Gut aufgeklärt?

Mittwoch, 25.01.2012

Die meisten Frauen kennen sich in puncto Sexualität, Verhütung und Partnerschaft weniger gut aus, als sie meinen. Sie auch? Machen Sie den Test!
Seit Jahrzehnten ist Sexualaufklärung salonfähig. Kinder werden im Biologie-Unterricht aufgeklärt, Zeitschriften berichten über alle Aspekte unseres Liebeslebens, in Talkshows werden intime Details diskutiert.

Trotzdem ist der Bedarf an Aufklärung nach wie vor groß. Das zeigen die Ergebnisse der repräsentativen Studie "Frauen, Sex und Liebe - die female affairs Wissensumfrage".

Schulnotenskala von 1 bis 6

Befragt wurden 1.005 Frauen zwischen 16 und 49 Jahren zu den Themen Verhütung, Kommunikation, Anatomie, Gynäkologie und Frauengesundheit. Die Antworten der Befragten wurden in einer Schulnotenskala von 1 bis 6 bewertet.
Das Ergebnis ist erstaunlich: Bei Fragen in Sachen Verhütung und Körper erreichen die Frauen insgesamt nur die Note 4, in puncto Kommunikation sowie Frauengesundheit schneiden sie mit einer 3 ab. Die Frauen selbst benoten ihren Wissensstand im Durchschnitt mit einer 2 - sie schätzen ihr Wissen also um ein bis zwei Noten besser ein, als es tatsächlich ist.

Bekanntheitsgrad der Verhütungsmittel

Insgesamt haben beispielsweise nur sechs Prozent der Befragten gute Kenntnisse, wie sie eine Schwangerschaft verhindern. Zwar kennen fast alle Frauen Pille und Kondom - modernere Verhütungsmethoden wie Hormonspirale, Verhütungsring und Verhütungspflaster sind aber weniger bekannt (siehe Grafik).

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Gravierende Wissenslücken haben die Frauen auch bei der Sicherheit der Verhütungsmittel: Jede Zweite glaubt, Kondome seien ebenso sicher wie die Drei-Monats-Spritze und die Hormonspirale. Die Sicherheit anderer Verhütungsmittel wie Verhütungsring und -pflaster wird dagegen unterschätzt - dabei bietet zum Beispiel der Verhütungsring eine gleich hohe Sicherheit wie die Pille.

Der Pearl-Index als Maß zur Sicherheit von Verhütungsmitteln ist kaum bekannt: Nur 20 Prozent wissen, dass er angibt, wie viele von 100 Frauen in einem Jahr schwanger werden, die mit einer bestimmten Methode verhüten.

40 Prozent verhüten mit "Pille"

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Gefragt nach ihrer aktuellen Schwangerschafts-Verhütung, ist die Pille mit 40 Prozent das am häufigsten eingesetzte Verhütungsmittel, gefolgt von Kondom (23%), Hormonspirale (5%) und Verhütungsring (3%).
Obwohl die Pille das Verhütungsmittel Nummer eins ist, sind nur 15 Prozent der Frauen gut über deren Nebenwirkungen informiert. 25 Prozent glauben fälschlicherweise, dass nach dem Absetzen eine Schwangerschaft weniger wahrscheinlich ist.

Auch bei Wissensfragen zu ihrem eigenen Körper haben Frauen Defizite. Nur ein Drittel der Frauen kennt die anatomische Beschaffenheit der Klitoris. Bei der Bedeutung der Hormone für die eigene Sexualität hapert es ebenfalls: Dass Testosteron auch bei Frauen ein wichtiger "Motor" für die sexuelle Lust ist, wissen nur 20 Prozent.

Missverständnisse vorprogrammiert

Und wie sieht's aus mit dem Wissensstand zum Kommunikationsverhalten? Unterschiede in Sprachstil und Redeverhalten von Männern und Frauen sind häufig die Ursache für Irritationen in der Partnerschaft. Die meisten Frauen wissen, dass es wichtig ist, sich klar zu sexuellen Themen zu äußern: 86 Prozent sagen zum Beispiel Nein, wenn sie eine bestimmte Sexualpraxis nicht ausprobieren wollen.
Bei anderen Themen haben die meisten Frauen hingegen Schwierigkeiten, sich vom typisch weiblichen Kommunikationsstil zu trennen. So sagen zwei Drittel der Frauen, dass sie einen konkreten Geburtstagswunsch nur andeuten würden, statt ihn präzise zu äußern.

Rauchen schmälert die Fruchtbarkeit
Von allen vier abgefragten Themen haben die Befragten im Bereich Frauengesundheit den höchsten Wissensstand. Besonders gut kennen sie sich bei Übergewicht, Ernährung, Stress und Gesundheitsvorsorge aus.
Wissenslücken zeigen sich zum Beispiel beim Thema Rauchen, hier erzielt nur ein Drittel der Frauen ein gutes Ergebnis. Zwar wissen 77 Prozent der Frauen, dass die Kombination Rauchen und hormonelle Verhütung ein Risiko für ihre Gesundheit darstellt, aber nur 50 Prozent ist klar, dass Rauchen auch einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat.

"Aufklärung weiterhin wichtig"

Frauen sind nicht so gut aufgeklärt, wie sie selbst meinen.

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