Weibliche Ejakulation: Das steckt hinter der Flüssigkeit

Montag, 01.02.2016

Auf dem höchsten Punkt der Lust können tatsächlich auch Frauen ejakulieren. Dass die weibliche Ejakulation aber bis heute im Bewusstsein vieler nicht angekommen ist, hat verschiedene Gründe.

Schon der Naturphilosoph Aristoteles und der Mediziner Hippokrates hatten sie entdeckt: die weibliche Ejakulation. Trotzdem ist der spezielle Flüssigkeitsaustritt während des Liebesspiels bis heute nicht abschließend erforscht. Erst seit der Frauenbewegung in den 1970er-Jahren wird dem Phänomen wieder verstärkt wissenschaftlich nachgegangen. Zuvor wurde die Ejakulation von Frauen fast 150 Jahre lang komplett ignoriert. Aus diesem Grund ist das Wissen um dieses Phänomen bis heute nur eingeschränkt verbreitet und noch immer sind viele Fragen ungeklärt. Fest steht allerdings: Die weibliche Ejakulation ist kein Mythos!

Die weibliche Ejakulation im Detail

Der Hauptdiskussionspunkt im Bezug auf die weibliche Ejakulation drehte sich lange Zeit um die Frage: Handelt es sich bei der austretenden Flüssigkeit um Urin? Zunächst war diese Interpretation des flüssigen Ausstoßes der Frau weithin anerkannt. Frauen, die von dem Phänomen berichteten, wurden sogar mit dem Verdacht auf Inkontinenz behandelt. Neuere Untersuchungen hielten dagegen, dass es sich bei der Flüssigkeit um ein Sekret handle, das dem der männlichen Prostata ähnlich sei.

Mittlerweile erbrachte eine aktuelle Studie der Gynäkologie und Geburtshilfe der Klinik Privé in Frankreich, veröffentlicht 2014 im Journal of sexual medicine, dass hier zwischen zwei Flüssigkeiten unterschieden werden müsse. Beim sogenannten "Squirting" trete bei sexueller Erregung tatsächlich eine größere Menge Urin aus der Harnröhre aus. Hiervon zu unterscheiden sei die weibliche Ejakulation. Diese sei tatsächlich dem Sekret der männlichen Prostata, das Teil der männlichen Spermaflüssigkeit ist, sehr ähnlich. Das Ejakulat enthält unter anderem saure Prostata-Posphatase (PAP), Calcium, Glukose und das Hormon Serotonin. Optisch erinnert die kleine Flüssigkeitsmenge in vielen Fällen an eine wässrige Milchlösung. Sie kann – häufig während des höchsten Punkts der Lust – aus der Vagina austreten oder sogar Teil des Urins sein, der beim Squirting den Körper verlässt.

Blick in den Körper: Hier entsteht das Ejakulat der Frau

Doch wo kommt die Flüssigkeit her und was geht von ihrem Entstehen bis zum Ausstoß im Körper vor sich? Abschließend anatomisch geklärt ist das noch nicht. Allerdings wird davon ausgegangen, dass die weibliche Ejakulation in den paraurethralen Drüsen, nach ihrem Entdecker auch Skene-Drüsen genannt, gebildet wird. Bis zu 40 dieser Drüsen sitzen in einem schwammartigen Gewebe, dass die Harnröhre umschließt und an die männliche Prostata erinnert. Daher der Name: weibliche Prostata. Steigt das Lustgefühl einer Frau, schwillt dieses Gewebe stark an und kann sogar ertastet werden. Weithin bekannt ist dieser fühlbare Bereich unter dem Namen G-Punkt oder G-Zone. Das Sekret kann nun von den Drüsen aus in die Harnröhre und zwei Kanäle gelangen, die zu beiden Seiten des Harnausgangs enden.

Offene Fragen zur weiblichen Ejakulation

Die weibliche Ejakulation gibt es wirklich

Die Liste offener Fragen zum weiblichen Freudenfluss ist gerade unter Berücksichtigung der neuen Studien-Ergebnisse lang. Wie viele Frauen bekommen etwa eine Ejakulation? Studien gehen hier von wenigen Prozent bis zur Hälfte aller Frauen aus. Die Kölner Ärztin Sabine zur Nieden erhob in den 1990er-Jahren eine Studie zum Thema, der zufolge ein Drittel der Frauen Erfahrungen mit Ejakulationen gesammelt hat. Allerdings ist hier nun fraglich, um welche Art von Flüssigkeit es sich dabei handelte. Andere Studien gehen davon aus, dass jede Frau ejakuliert, die Mengen allerdings durch die Anzahl und Größe der Drüsen so gering sein können, dass es nicht bemerkt wird.

Auch könnte der PC-Muskel des Beckens eine Rolle spielen, der sich während des Orgasmus mehrere Male ruckartig zusammenzieht und die Flüssigkeit herausdrücken könnte. Statistisch nachgewiesen ist, dass dieser Muskel bei Frauen mit Flüssigkeitsaustritt besonders stark ausgeprägt ist. Ungeklärt ist auch der Auslöser einer weiblichen Ejakulation: Lange Zeit verbreitet war und ist zum Teil noch die Annahme, der Erguss würde durch die Stimulation des G-Punktes veranlasst. Andere Untersuchungen gehen von einer Erregung der Klitoris aus.

Bei allen Fragen ist eines jedoch klar: Schämen müssen sich Frauen für die Flüssigkeit in jedem Fall nicht. Allerdings sollte die weibliche Ejakulation auch nicht als höchstes Ziel sexueller Befriedigung angesehen werden – denn weder ist geklärt, ob eine Ejakulation beeinflussbar ist, noch, ob das sexuelle Erleben durch sie gesteigert wird.

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Weibliche Ejakulation: Das ist doch nur Urin!

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http://www.fem.com/liebe-lust/artikel/Weibliche-Ejakulation-Lustvolle-Fluessigkeit
01.02.2016 17:42
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