Tantra-Massagen: Spiritueller Höhepunkt

Freitag, 31.07.2015

Tantra-Massagen sollen es möglich machen: Mit Hilfe von Yoga- und speziellen Massage-Techniken die sexuelle Energie steigern und über den spirituellen Weg zur Ekstase gelangen. Wie das erotische Abenteuer "Tantra-Massagen" funktioniert, erfahren Sie hier.

Sexualität gilt im Tantra als Lebenskraft. Allerdings steht hier weniger der Orgasmus im Vordergrund, als vielmehr der Weg zum sexuellen Höhepunkt und dessen langanhaltender Genuss. Erreicht wird dieses Ziel vor allem durch Tantra-Massagen, Mediation und Yoga. Tantristen lernen anhand dieser Praktiken mit der Zeit, in sich hineinzuhören, ihren Körper zu spüren und seine Bedürfnisse mit denen ihres Geistes in Einklang zu bringen.

Tantra-Massagen, Mediation und Co. – Was ist Tantra eigentlich?

Tantra ist ein Sanskrit-Begriff, der mit "Zusammenhang" oder "Gefüge" übersetzt wird und seinen Ursprung in Indien hat. Es ist eine Lehre bzw. Philosophie, die sich unter anderem damit beschäftigt, über einen spirituellen Weg und die Auseinandersetzung mit dem Körper und der Seele in Ekstase zu gelangen. Die tantrischen Rituale wurden früher mündlich von Generation zu Generation weitergegeben, später dann in schriftlicher Form. Hier ein Buchtipp über Tantra, das Tantra-Yoga sowie verschiedene Tantra-Massagen vorstellt.

Tantra-Massagen als sexuelles Erlebnis

Tantra-Massagen sind ein wichtiges Werkzeug des sexuellen Tantras. Sie setzen sich aus verschiedenen Massagemethoden und -techniken sowie Elementen aus Yoga und der Sexual-Therapie zusammen. Ziel ist, durch die Tantra-Massage das sexuelle Erlebnis bzw. die eigene Empfindsamkeit und das persönliche Wohlgefühl im Körper zurückzugewinnen und zu spüren. Mit kleinen sexualtherapeutischen Elementen wird beim weißen und roten Tantra eine Tiefenentspannung erzeugt, die sich als ein ganz neues Körpergefühl entpuppen soll. Darüber hinaus wird etwa die Yoni- und Lingam-Massage praktiziert: Hier geht es um die Aktivierung der stimulierenden Körperbereiche und einer neuen Lebensenergie, um einen Glücksmoment zu erreichen, der einer Ekstase gleichkommt.

Weißes Tantra

Beim weißen Tantra steht nicht die körperliche Sexualität im Mittelpunkt. Vielmehr geht es darum, innere Blockaden und Verspannungen zu lösen. Tantra-Massagen werden hier nur selten praktiziert, da Meditation im Mittelpunkt steht. Die Idee: Der Mensch soll sich von unverarbeiteten und belastenden Gefühlen lösen, um ein klares Selbstverständnis zu erlangen. Oftmals werden die Yoga- und Meditationstechniken in einer großen Gruppe umgesetzt, bei der sich je zwei Teilnehmer gegenübersitzen. Sie tragen während der Kriyas – so heißen die Meditationsübungen unter Tantristen – weiße Kleidung und führen die Übungen synchron durch.

Rotes Tantra

Anders als beim weißen Tantra liegt beim roten Tantra, das paarweise praktiziert wird, der Schwerpunkt auf körperlichen Berührungen, was unter anderem Tantra-Massagen und die tantrische Vereinigung einschließt. Dabei sollen die Teilnehmer dem menschlichen Körper Aufmerksamkeit und Verehrung entgegenbringen und für die sexuelle Empfindsamkeit ihres Gegenübers sensibilisiert werden. Um das zu erreichen, führen die Paare gemeinsam Atem-und Beckenübungen in Kombination mit ritualisierten Meditationstechniken durch. Das soll die Lustfähigkeit der Teilnehmer steigern.

Tantrische Yoni-Massage

Yoni ist die Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsorgan und bedeutet "duftende Rose" oder "Lotusblüte". Es geht bei dieser Tantra-Massage um die persönlichen Wünsche und Vorlieben des weiblichen Körpers und um ein erfüllteres, entspannteres und lustvolleres Sexleben. Die Yoni arbeitet laut Tantra-Lehre wie ein Muskel, der sich auch verspannen kann, so dass die lustvolle Energie gestaut oder unterbrochen wird. Durch die Tantra-Massagen soll die Vagina sich entspannen, damit die Energie des Beckens freigesetzt werden kann.

Tantrische Lingam-Massage

Lingam ist die aus dem Sanskrit stammende Bezeichnung für das männliche Geschlechtsorgan, also den Penis. Bei der erotischen Lingam-Massage ist es nicht in erster Linie das Ziel, den Mann zum Orgasmus zu bringen. Stattdessen soll er während der Tantra-Massage ohne Leistungsdruck nicht nur den Lingam selbst erleben, sondern auch die Energie, die zum Beispiel durch das Becken fließen kann. Dazu wendet der Tantra-Masseur bzw. die Partnerin verschiedene Techniken an, bei denen es irrelevant ist, ob der Penis erregt ist oder nicht. Für die tantrische Lingam-Massage wird eine entspannte Atmosphäre geschaffen, in der sich der Mann gänzlich fallen lassen kann und idealerweise ein ekstatisches Körpergefühl erlangt. Die mit dem Höhepunkt einhergehende Ejakulation des Mannes wird so lange hinausgezögert, bis die Tantra-Massage beendet ist. Ein vorzeitiger Samenerguss lässt sich mit ein paar Streicheleinheiten an den Beinen hinauszögern. So wird die ekstatische Erregung vorerst ein wenig gelöst.

Wie diese Art der Tantra-Massage funktioniert, zeigen wir in unserem Video!

Text: Thyra Deecke

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