Fehlgeburt: Viel zu früher Abschied

Dienstag, 13.10.2015 Alexandra Kirschner

Wenn eine Fehlgeburt der Freude auf baldigen Nachwuchs abrupt ein Ende setzt, ist die Trauer oft unendlich groß. Daher ist es wichtig, Risiken zu minimieren und Anzeichen zu erkennen.

Es ist kein Thema, mit dem sich Schwangere gern beschäftigen. Doch es ist wichtig, sich mit dem Komplex Fehlgeburt auseinanderzusetzen, um Risiken minimieren und Anzeichen erkennen zu können. Auf diese Weise kann eine drohende Fehlgeburt oft noch rechtzeitig abgewendet werden. Wir erklären, was sich hinter dem Begriff genau verbirgt, welche Ursachen zu einer Fehlgeburt führen können, welche Symptome auftreten, welche Möglichkeiten zur Vorbeugung es gibt und was eine Fehlgeburt für den künftigen Kinderwunsch bedeutet.

Was ist eine Fehlgeburt?

Von einer Fehlgeburt, auch Abort genannt, wird gesprochen, wenn eine Schwangerschaft vor Ablauf der 22. bis 24. Schwangerschaftswoche endet. Der Fötus wiegt zu diesem Zeitpunkt unter 500 Gramm und wäre außerhalb des Körpers seiner Mutter noch nicht lebensfähig. Die Fehlgeburt ist die häufigste Komplikation während einer Schwangerschaft. Auch wenn es keine exakten Zahlen gibt, gehen Experten davon aus, dass zwischen 50 und 70 Prozent aller befruchteten Eizellen per Fehlgeburt verloren gehen.

In den allermeisten Fällen bemerken Frauen den Abort allerdings nicht, da die Schwangerschaft bereits endet, bevor sie überhaupt bemerkt wurde. Dieser Frühestabort wird meist als verspätete Periode gedeutet. Nur rund 15 Prozent der Fehlgeburten werden überhaupt als solche erkannt. Endet die Schwangerschaft vor der 16. Schwangerschaftswoche, sprechen Ärzte von einem Früh-, danach von einem Spätabort. Letzterer tritt jedoch sehr selten auf: Schon nach der zwölften Woche liegt die Wahrscheinlichkeit eines Abortes nur noch bei rund einem Prozent.

Ursachen für einen Abort

Die Frage nach dem "Warum" quält betroffene Paare oft entsetzlich. Dabei lässt sich in vielen Fällen gar nicht feststellen, warum es zu einer Fehlgeburt gekommen ist. Endet die Schwangerschaft schon sehr früh, liegen häufig Fehlbildungen des Embryos vor. Weitere Gründe können sein: hormonelle Störungen, physischer und vor allem psychischer Stress, der Konsum von Drogen oder bestimmten Medikamenten, Gebärmuttermissbildungen, -vernarbungen oder gutartige Tumore (Myome) in der Gebärmutter, Infektionen oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes. "Häufig kommen aber gleich mehrere Faktoren zusammen wie psychische Belastungen in der Partnerschaft oder am Arbeitsplatz, gekoppelt mit körperlichem Stress, etwa, wenn Sie Umzugskartons schleppen oder lange Autofahrten machen", erklären Dr. Thomas Villinger und Birgit Gebauer-Sesterhenn in ihrem Ratgeber "Schwangerschaft und Geburt".

Von ersten Anzeichen bis zur Fehlgeburt

In jedem Fall sollten Frauen ihren Körper aufmerksam beobachten. Eine drohende Fehlgeburt kündigt sich etwa durch Schmierblutungen an. Zwar kommen leichte Blutungen in der frühen Schwangerschaft bei vielen Frauen vor – etwa eine von vier Schwangeren ist davon betroffen – und sind meist harmlos, trotzdem sollte jede Blutung umgehend von einem Arzt abgeklärt werden. Auch Schmerzen im Unterleib oder im unteren Rücken sowie Fieber können Anzeichen einer drohenden Fehlgeburt sein, die ein Arzt bewerten sollte. Bestätigt sich der Verdacht, kann eine Fehlgeburt in diesem Stadium oft noch durch Medikamente, kleine Eingriffe oder allein mit umfassender Schonung abgewendet werden – sofern der Fötus am Leben und augenscheinlich normal entwickelt ist. Auch ein Klinikaufenthalt kann in einem solchen Fall nötig werden. Betroffene Schwangere sollten vorerst auf Sex und belastende Sportarten verzichten.

Tritt eine sehr starke Blutung – vielleicht sogar mit Blutklümpchen – in Kombination mit Bauchkrämpfen auf, ist eine Fehlgeburt meist nicht mehr zu verhindern. Ab der achten Schwangerschaftswoche bleiben bei einer Fehlgeburt häufig Gewebereste der Plazenta zurück. Daher wird nach dem Abort unter Vollnarkose eine Ausschabung, auch Kürettage genannt, vorgenommen. Tritt der Abort nach der 16. Woche auf, muss das Kind zur Welt gebracht werden.

Risiken eines Aborts minimieren

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Die traurige Wahrheit ist: Es gibt kein sicheres Mittel, um sich vor einer Fehlgeburt zu schützen. Allerdings können Frauen einiges dafür tun, um ihr eigenes Risiko zu verringern. Verzichten Sie auf Alkohol, Zigaretten und andere Drogen und meiden Sie koffeinhaltige Getränke. Nehmen Sie täglich Folsäure zu sich und meiden Sie körperlichen und seelischen Stress, indem Sie sich Freiräume schaffen und Entspannungstechniken einüben. Frauen, die bereits eine Fehlgeburt hatten, sollten sich besonders zu Beginn einer erneuten Schwangerschaft viel Ruhe gönnen und auf Sex verzichten.

Fehlgeburt: Wie geht es jetzt weiter?

Wenn es trotz aller Vorkehrungen zu einer Fehlgeburt kommt, werden viele Paare von Trauer überwältigt. Es ist wichtig, diesen Schmerz zu verarbeiten – sowohl für die betroffene Frau als auch für den Partner. Einigen Paaren hilft es, sich in Selbsthilfegruppen mit anderen Betroffenen auszutauschen. Auf jeden Fall sollten Paare mit Kinderwunsch den Mut nicht verlieren: Die allermeisten Frauen, die einmal von einem Abort betroffen waren, werden im Anschluss problemlos schwanger und erleben eine komplikationslose Schwangerschaft und Geburt.

Wann der Zeitpunkt für eine erneute Schwangerschaft gekommen ist, muss das Paar selbst entscheiden. Viele Ärzte empfehlen mindestens drei Zyklen abzuwarten, damit der Körper sich erholen kann. Nur in wenigen Ausnahmefällen erlebt eine Frau mehrere Fehlgeburten: Dann sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

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