Sport: Tai Chi

Polare Kräfte

Tai Chi oder auch Tai Ji Quan ist eine traditionelle chinesische Sportart. Das 'Schattenboxen' wurde schon im Kaiserzeitalter zum Ende der Ming-Dynastie um 1600 vom Chen Wangting entwickelt und gilt auch heute noch in China als Volkssport.

Der Name Tai Ji taucht zum ersten Mal im Buch der Wandlungen auf. Er ist die Bezeichnung für den Urgrund allen Seins und gilt als Mutter des polaren Prinzips von Yin und Yang. Seitdem hat sich die Kampfkunst Tai Ji Quan innerhalb von fünftausend Jahre chinesischer Kultur entwickelt und verschiedene Stile hervorgebracht. Eine Kunst und Wissenschaft für sich!

Tai Ji Quan ist eine der meist praktizierten Kampfkünste für den un-/bewaffneten Nahkampf. Die Ausübung des Sports erfolgt meist in Gruppenkursen, dabei werden die Bewegungen aber von jedem einzeln durchgeführt. Es können aber auch Kampfsituation geübt werden. In China gilt Tai Ji Quan als Gesundheitsvorsorge und Krankengymnastik. Der Sport eignet sich für alle Altersklassen, für Frauen und Männer gleichermaßen. Tai Chi wirkt sich nicht nur positive auf die körperliche Leistungsfähigkeit aus, sondern sie formt auch den Geist und den Charakter.

Die Besonderheiten

Das Konzept von Tai Chi ergibt sich aus dem ständigen Wandel von polaren Kräften. Dabei  bedient sich Tai Chi für seine Elemente bei insgesamt sechzehn unterschiedlichen chinesischen Kampfkünsten. Die Atmung lässt die Lebensenergie zirkulieren. Außerdem werden bei der Ausübung die Meridiane nach dem Yin-Yang-Prinzip und der Qi-und-Blut-Kreislauf-Theorie stimuliert. Weiter Elemente finden sich aus dem Taoismus und der traditionellen chinesischen Medizin.

Die Bewegungen werden alle langsam und mit Bedacht ausgeführt. In fließenden Bewegungen werden Arme und Beine bei auf einander abgestimmten Bewegungsabläufen bewegt. Alle Elemente sind aufeinanderfolgend. Der Leitsatz für diese Kampfkunst lautet. "Das Starke und Harte wird durch das Schwache und Weiche überwunden." Die Pole Entspannung-Spannung und Ruhe-Bewegung wechseln sich miteinander ab. Dabei wird die Anstrengung aus der inneren Kraft geschöpft und dann in spirituelle Energie umgewandelt. Ziel des Tai Chi-Sports ist es, eine Harmonie zwischen innerer und äußerer Körperkraft zu erlangen, um so im Organismus ein hohes Level an positivem Gefühl zu erreichen.

Figuren

Die Peking-Form des Tai Ji Quan umfasst 24 unterschiedliche Figuren, die in einer bestimmten Reihenfolge nach einander ausgeführt werden. Das Sportkomitee aus China hat diese Figuren 1956 als Grundform für Anfänger festgelegt, die international praktiziert wird.

Die Peking-Form setzt sich u.a. aus diesen Bewegungen zusammen: Die Mähne des wilden Pferdes gleichmäßig teilen, Der weise Kranich breitet seine Flügel aus, Die Harfe schlagen, Haschen nach dem Vogelschwanz, Das Pferd hoch klopfen, Weberschiffchen schieben oder Die Nadel in den Meeresgrund stecken.

Bei allen Schritten ist darauf zu achten, dass der Kopf, Rücken und die Hüfte entspannt aufgerichtet sind, Harmonie und Koordination von oben und unten sowie innen und außen besteht, trotz der fließenden Bewegungen ein ruhiges Ausführen behalten und das 'Ji' im Sinne von der Intention und nicht die Muskelkraft die eingesetzte Kraft ist. In der Kampfsituation ist man dem Gegner überlegen, indem man ihn mit seiner eigenen Schwäche schlägt. Greift der Gegner oben an, verteidigt man noch weiter oben (das Ziel erscheint unerreichbar für ihn), wird aus der Nähe angegriffen, geht man zurück (das Ziel erscheint unendlich weit weg), geht der Gegner zurück, folgt man ihm (der Rückweg und die Bewegungsfreiheit werden genommen). Man nennt dafür die Begriffe  'Zou' für Gehen (vom Gegner weg) und 'Nian' für Kleben (dem Gegner folgen).

Durch das stetige Üben von Tai Chi sollen die Tastsinne und das Körpergefühle so geschärft sein, dass selbst eine Feder oder eine kleine Fliege der Haut spürbar sind und man fähig ist, diesem Gewicht unmittelbar ausweichen zu können, damit die Kraft selbst dieses Gegners nicht wirken kann.

Text: Elisa Gianna Gerlach

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21.01.2013 - 09:15

 


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Tai Chi: Ein chinesischer Sport für Körper und Geist!

Tai Chi gilt als Sport für den Körper, der sich wie eine Meditation auf den Geist auswirkt. Die Bewegungen dieses chinesischen Kampfsports werden mit einem Minimum an Kraft durchgeführt, die Wirkung auf den Gegner ist aber um so effektiver. Meister des Tai Chi sind unbesiegbar!
 Foto: Fotolia

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