Zu viel Folsäure enthalten – Risiko Multivitaminsaft?

Dienstag, 07.01.2014

Multivitaminsäfte sind zwar reich an gesunder Folsäure, doch enthalten diese häufig sogar zu viel des eigentlich gesunden B-Vitamins. Wie groß ist das Risiko einer Überdosierung?

Der Multivitaminsaft gehört zu den beliebtesten Fruchtsäften in Deutschland. Allerdings weisen diese häufig einen sehr hohen Gehalt an Folsäure auf, der nicht dem auf der Verpackung angegebenen Wert entspricht. Das fand die Stiftung Warentest heraus. Unter Umständen können bereits 600 Milliliter des Vielfruchtsafts den empfohlenen Tagesbedarf des Vitamin B9 decken.

Warum ist zu viel Folsäure ungesund?

Folsaeure_TB.jpg

Laut Thorsten Heuer vom Institut für Ernährungswissenschaften am Max-Rubner-Institut ist eine Überdosierung von Folsäure keineswegs unproblematisch: "So kann die Überversorgung mit Folsäure einen Vitamin-B12-Mangel verdecken, aus der eine Schädigung des Nervensystems folgen kann. Auch gibt es Hinweise darauf, dass das Wachstum von Krebsvorstufen gefördert wird", zitiert ihn die "Süddeutsche Zeitung".

Zu den weiteren schädlichen Nebenwirkungen können allergische Reaktionen, Magen-Darm-Störungen, Übelkeit, Schlafstörungen und sogar Depressionen zählen. Weil viele Menschen neben dem Multivitaminsaft auch noch andere Nahrungsmittel mit erhöhtem Folsäuregehalt zu sich nehmen, ist das Risiko einer Überdosierung nicht zu unterschätzen.

Warum enthalten Multivitaminsäfte zu viel Folsäure?

Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass in Multivitaminsaft so viel Folsäure steckt – und zwar nicht selten um ein Vielfaches mehr als auf der Verpackung angegeben? Das Problem: Die Säfte werden häufig nicht immer sofort verbraucht, während die Folsäure nach und nach abgebaut wird. Um über einen langen Zeitraum den versprochenen Folsäurewert zu halten, reichern viele Hersteller ihre Multivitaminsäfte auf bis zu 80 Prozent über den angegebenen Wert mit Folsäure an, sodass der Wert selbst ein halbes Jahr nach Abfüllung noch 15 Prozent über dem vermeintlich korrekten Wert liegt.

Abfülldatum meist nicht angegeben

Für die Verbraucher wäre es am einfachsten, eine Überdosierung mit Folsäure zu vermeiden, wenn sie sich am Abfülldatum orientieren könnten. So ließen sich entweder bestimmte Multivitaminsäfte aussortieren oder sie könnten sie so lange lagern, bis der Gehalt an Vitamin B9 auf ein Normalmaß gesunken wäre. Leider drucken nicht alle Hersteller das Abfülldatum auf die Verpackung. Aus diesem Grund raten Stiftung Warentest und das Max-Rubner-Institut zu einem gemäßigten Konsum von Multivitaminsaft.

Zu den lebensnotwendigen Mineralstoffen gehören, Calcium, Magnesium, Kalium.

Vitamine und Mineralien fördern unter anderem den Stoffwechsel im Körper. Sie tragen wesentlich zu unserer Gesundheit bei.

 

Weitere Artikel

article
19517
Zu viel Folsäure enthalten
Risiko Multivitaminsaft?
Multivitaminsäfte sind zwar reich an gesunder Folsäure, doch enthalten diese häufig sogar zu viel des eigentlich gesunden B-Vitamins. Wie groß ist da...
http://www.fem.com/gesundheit/news/zu-viel-folsaeure-enthalten-risiko-multivitaminsaft
07.01.2014 14:36
http://www.fem.com/var/fem/storage/images/gesundheit/zu-viel-folsaeure-enthalten-risiko-multivitaminsaft/375216-1-ger-DE/zu-viel-folsaeure-enthalten-risiko-multivitaminsaft_contentgrid.jpg
Gesundheit

Kommentare