Weizenallergie: Kein Nachweis mit IgG-Test

Freitag, 14.02.2014

Um Nahrungsmittelallergien wie die Weizenallergie nachweisen zu können, gibt es verschiedene Testverfahren. Der IgG-Test ist Experten zufolge dafür jedoch nicht geeignet.

Immer mehr Menschen reagieren allergisch auf die unterschiedlichsten Nahrungsmittel. Eine Weizenallergie kann ebenso Ausdruck dieser Überreaktion des Körpers auf eigentlich harmlose Substanzen sein wie Allergien gegen Nüsse, Eier oder Milchprodukte. Treten die Beschwerden direkt nach dem Essen auf, kann das ein Indiz für eine Allergie sein. Für eine gesicherte Diagnose sind aber medizinische Tests notwendig. Doch nicht jeder Test, der angeboten wird, eignet sich auch für die sichere Diagnose einer Allergie.

Weizenallergie mit IgG-Test aufspüren?

Einer der Tests, den Betroffene durchführen lassen können, ist der sogenannte IgG-Test, bei dem auf den Abwehrstoff Immunglobulin G (IgG) getestet wird. Dieser Abwehrstoff soll durch die Reaktion des Körpers auf allergieauslösende Substanzen entstehen – bei einer Weizenallergie also beispielsweise durch Reaktionen des Körpers auf Produkte mit Weizenmehl. Das zumindest behaupten die Hersteller solcher Tests sowie diverse Heilpraktiker und Ärzte, die die kostenpflichtigen IgG-Tests anbieten.

Experten warnen vor dem Test

Demgegenüber steht die Einschätzung von fünf Allergologenverbänden. Wie die "Pharmazeutische Zeitung"  berichtet, sprachen sich die Verbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in einer Pressemitteilung gegen die IgG-Tests aus. Zur Ermittlung von Lebensmittelallergien wie beispielsweise der Weizenallergie sei das Testverfahren nicht sinnvoll.

"Unsere Kritik richtet sich weniger gegen die analytische Methodik der Tests, sondern vielmehr gegen die unzulässige Interpretation der Ergebnisse", erklärt Dr. Jörg Kleine-Tebbe, Allergologe, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Allergie und Klinische Immunologie (DGAKI) und Koordinator der deutschsprachigen wie auch der europäischen Stellungnahme, im Gespräch mit der "Pharmazeutischen Zeitung". "Denn der menschliche Körper reagiert beim Kontakt mit fremden Proteinen grundsätzlich mit der Bildung spezifischer IgG-Antikörper. Das ist völlig normal", so der Experte. Demnach weise der Test keine allergischen Reaktionen auf spezielle Lebensmittel nach, sondern lediglich, dass die Lebensmittel zuvor konsumiert wurden. 

Um Weizenallergie und weitere Lebensmittelallergien nachweisen zu können, sei Kleine-Tebbe zufolge der Gang zu einem Allergologen immer noch die beste Wahl. Der Spezialist kann mithilfe einer ausführlichen Anamnese sowie einem IgE-Antikörpertest und anschließendem Provokationstests mit den möglichen Allergenen im besten Fall eine Diagnose stellen.

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14.02.2014 17:08
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