Weihrauch als Nahrungsergänzungsmittel – Sind Präparate sinnvoll?

Donnerstag, 30.01.2014

Ist Weihrauch wirklich als Nahrungsergänzungsmittel einsetzbar? Angeblich soll er gegen Entzündungen und bei Darmproblemen helfen. Doch es gibt Risiken.

Weihrauch kennen die meisten aus der katholischen Messe oder als Mitbringsel der Heiligen Drei Könige. Als Nahrungsergänzungsmittel ist es hingegen nur wengen Menschen bekannt – obwohl der Markt damit boomt und Millionen mit Weihrauchpräparaten umgesetzt werden. Verbraucher erhoffen sich davon unter anderem eine entzündungshemmende Wirkung etwa bei Rheuma oder Entzündungen des Darms. Für beide positiven Wirkungen wurden bereits vielversprechende Studien betrieben, die jedoch mit einem nicht zu vernachlässigenden Aber versehen sind.

Weihrauch: Medizinische Studien erst am Anfang 

Die Einschränkung ergibt sich vor allem daraus, dass bisher keine umfassenden Studien am Menschen durchgeführt wurden. Zwar ließ sich bei Mäusen eine entzündungshemmende Wirkung der im Harz des Weihrauchbaumes enthaltenen Boswelliasäuren nachweisen, doch es ist nicht sicher, ob sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen.

Wie der "Hessische Rundfunk" (HR) berichtet, wird am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf derzeit erforscht, ob Weihrauch eine gesundheitsfördernde Wirkung bei Multiple-Sklerose-Patienten haben kann. Weil Studien eine entzündungshemmende Wirkung bei Darmerkrankungen nahelegten, will man nun herausfinden, ob sich Ähnliches für das bei der Erkrankung entzündete Nervensystem feststellen lässt. Die Ärzte sind zwar optimistisch, weisen aber darauf hin, dass die Forschung hierzu noch in den Kinderschuhen steckt.

Gefährliche Nahrungsergänzungsmittel

Während für Weihrauch künftig vielleicht ein medizinischer Nutzen nachgewiesen werden kann, lässt sich das für entsprechende Nahrungsergänzungsmittel bisher nicht sagen. Der wichtigste Unterschied ist, dass die Herstellung solcher frei verkäuflichen Präparate keinen medizinischen Bestimmungen unterliegt, weil diese offiziell als Lebensmittel gelten.

Die Medizinerin Dr. Jutta Hübner warnt gegenüber dem "HR": "Es gibt immer zwei Risiken. Das eine hängt mit dem Herstellungsprozess zusammen. Ist das Präparat sauber, was ich da kaufe? Also gibt es Beimengungen von Giften, Schwermetallen, Pestiziden? Das ist in unkontrollierten Produkten immer wieder gefunden worden. Und das zweite ist, dass jedes Medikament, jede Substanz, die in den Körper kommt, neben Wirkungen auch Nebenwirkungen auslösen kann."

Von einer Eigenmedikation ist aus diesen Gründen unbedingt abzuraten, auch wenn die Bezeichnung Nahrungsergänzungsmittel eher harmlos klingt. Wollen Sie trotzdem unbedingt auf die womöglich heilende Kraft von Weihrauch setzen, sprechen Sie sich vorher unbedingt mit Ihrem Arzt ab.

Klagen Sie häufiger über Kopfschmerzen? Diese sind oft Zeichen von Mangelerscheinungen durch fehlende Vitamine oder Mineralstoffe.

Mangelerscheinungen treten dann auf, wenn zu wenig Nährstoffe und Vitamine im Körper vorhanden sind.

 

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30.01.2014 13:35
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