Vitamin-D-Mangel – Unnötige Panikmache

Freitag, 10.01.2014

Im Winter wird Vitamin-D-Mangel wieder häufiger in den Medien thematisiert. Weil ein ausgeprägter Mangel aber sehr selten ist, ist Experten zufolge eine Panikmache unnötig.

Vitamin-D-Mangel soll Auslöser allen möglichen Übels sein. Bei Kindern kann ein Mangel an Vitamin D zu einer Verformung der Knochen führen, auch Rachitis genannt. Bei Erwachsenen kann ein Vitamin-D-Mangel Osteoporose, also Knochenschwund, begünstigen und soll zudem das Risiko erhöhen, an Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes zu erkranken.

Erkrankungen nur in Tierstudien nachgewiesen

Dass Vitamin-D-Mangel beim Menschen tatsächlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt, ist aber laut "Ernährungs Umschau" gar nicht bewiesen. Denn Hinweise darauf fanden sich bislang nur in Tierstudien.

"Die Ergebnisse von Interventionsstudien bei Menschen liefern bisher keine Beweise für derartige extraossäre, also außerhalb der Knochen ansetzende Wirkungen von Vitamin D. Eine Vitamin-D-Gabe ist daher bei diesen Erkrankungen nicht gerechtfertigt", erklärt Prof. Helmut Schatz, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Dies beweist einmal mehr, dass Ergebnisse aus Tierversuchen nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen werden können.

Vitamin-D-Mangel in Deutschland selten

Tatsächlich seien dem Experten zufolge ausgeprägte Mangelzustände sehr selten, sodass für den Großteil der Bevölkerung die Gabe von Vitamin-D-Präparaten unnötig sei. "Nahrungsergänzungsmittel und Vitamin-D-Zusätze zu Lebensmitteln sind aus medizinischer Sicht nur dann sinnvoll, wenn weitere Risikofaktoren für eine Osteoporose vorliegen – beispielsweise bei älteren Menschen", so Schatz. Gerade für Menschen mit Osteoporose sei es wichtig, die richtige Dosis an Vitamin D aufzunehmen. Auch bei Säuglingen könne eine Gabe sinnvoll sein, um einer Rachitis vorzubeugen. Ob tatsächlich eines der Präparate gegeben werden sollte, muss aber mit einem Arzt besprochen werden.

Vitamin D wird zum größten Teil vom Körper selbst gebildet – bis zu 90 Prozent stellt er mithilfe von Sonnenlicht in der Haut selbst her. Nur ein geringer Teil des Vitamins wird mit der Nahrung aufgenommen. Für den Großteil der Bevölkerung seien Schatz zufolge die Sommermonate ausreichend, um die Vitamin-D-Speicher entsprechend aufzufüllen.  Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich aber auch im Winter täglich mindestens eine halbe Stunde im Freien aufhalten – die benötigten UVB-Strahlen dringen auch durch graue Wolkendecken hindurch.

Klagen Sie häufiger über Kopfschmerzen? Diese sind oft Zeichen von Mangelerscheinungen durch fehlende Vitamine oder Mineralstoffe.

Mangelerscheinungen treten dann auf, wenn zu wenig Nährstoffe und Vitamine im Körper vorhanden sind.

 

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