Vitamin-D-Mangel und Demenz: Studie belegt Zusammenhang

Dienstag, 23.09.2014

Vitamin-D-Mangel wird mittlerweile für eine Vielzahl von Leiden verantwortlich gemacht. Eine US-Studie will nun den Zusammenhang zwischen dem Sonnenvitamin und Demenzrisiko belegen.

Bisher wurden vor allem spröde Knochen und Depressionen als Hauptsymptome mit Vitamin-D-Mangel in Zusammenhang gebracht. Eine Studie soll jetzt belegt haben, dass Vitamin-D-Mangel zudem das Risiko erhöht, an Demenz und Alzheimer zu erkranken. Eine Erkenntnis, die sich in der Zukunft auf das gesamte Gesundheitswesen auswirken könnte.

Vitamin-D-Mangel im Alter

Die Verbindung zwischen Vitamin-D-Mangel und Demenz wurde in einer mehrjährigen Studie an 1.658 Menschen untersucht. Zunächst wurden die Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 74 Jahren zur Blutentnahme gebeten. So wurde ihr Vitamin-D-Spiegel gemessen. An Demenz litt zu diesem Zeitpunkt keiner der US-Amerikaner. Zwischen fünf und sechs Jahre später aber, als die Wissenschaftler die Männer und Frauen erneut untersuchten, litten 171 von ihnen an einer Form von Demenz, darunter 102 Fälle von Alzheimer – vielen der Probanden waren zuvor schlechte Vitamin-D-Werte diagnostiziert worden.

Bei Vitamin-D-Mangel stieg demnach das Risiko an Demenz zu erkranken um 53 Prozent. Hatten Personen einen sehr niedrigen Vitamin-D-Spiegel, definiert als weniger als 25 Nanomol pro Liter Blut, erhöhte sich das Risiko sogar um 125 Prozent. Zwar seien die Forscher davon ausgegangen, dass ein Zusammenhang zwischen den Phänomenen bestehe, aber nicht in dem Maße. "Der Zusammenhang war doppelt so stark, wie wir erwartet haben", zitiert "Spiegel Online" David Llewellyn. Der Professor von der britischen Universität Exeter hatte die Studie geleitet und die Ergebnisse im Fachblatt "Neurology" veröffentlicht.

Demenz belastet das Gesundheitssystem

Relativierend sei zu den Studienergebnissen angemerkt: "Wie alle Beobachtungsstudien konnten die Daten jedoch lediglich einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-Mangel und dem Krankheitsrisiko nachweisen und nicht belegen, dass wirklich das Vitamin D das Demenzrisiko beeinflusst", heißt es im Bericht. Faktoren wie Alter, Geschlecht und Rauchverhalten wurden von den Wissenschaftlern herausgerechnet.

Wie genau sich Vitamin-D-Mangel auf das Gehirn auswirkt, dazu gibt es mehrere Thesen. Und diese müssen nun in weiteren Untersuchungen überprüft werden. "Wenn nur eine kleine Anzahl an Menschen davon profitieren könnte, hätte das – angesichts der verheerenden und teuren Eigenschaften der Demenz – enorme Auswirkungen auf das Gesundheitswesen", so der Studienleiter.

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Ein Vitamin-D-Mangel soll nun im Zusammenhang mit erhöhtem Demenzrisiko stehen.

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