Vitamin-D-Mangel – Erfindung der Industrie?

Freitag, 21.03.2014

Beim Vitamin-D-Mangel liefern sich Ursache und Folge einen wissenschaftlichen Grabenkampf. So mancher vermutet sogar, dass die Industrie die Angst vor der Mangelerscheinung schürt.

Die Frage nach dem Huhn und dem Ei lässt sich problemlos auf die wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Vitamin-D-Mangel übertragen: Ist er die Ursache oder die Folge verschiedener Gefäßerkrankungen, Krebs oder Diabetes? Lange galten Vitamin-D-Präparate als effektive vorbeugende Therapie. Immerhin konnte bei Patienten stets ein Vitamin-D-Mangel beobachtet werden. Was aber, wenn der Mangel erst als Folge der Krankheit auftritt?

Vitamin-D-Mangel keine Krankheitsursache

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Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet, kamen Forscher des internationalen Vorsorgezentrums (iPRI) in Lyon zu der Erkenntnis, dass "die beobachteten niedrigen Vitaminspiegel am ehesten eine Folge der assoziierten Krankheiten" sind, so Philippe Autier, Hauptverantwortlicher der Studie. Er stellt im Gegenzug heraus, dass eine vorbeugende Einnahme keinesfalls vor den genannten Krankheiten schütze. Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt laut "SZ" Jakob Linseisen vom Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München, der bereits vor drei Jahren eine vorbeugende Wirkung von Vitaminpräparaten gegen Krebs, Diabetes und Gefäßerkrankungen zurückwies.

Bisher sind nur zwei Erkrankungen bekannt, die gesichert als Folge eines Vitamin-D-Mangels auftreten, wenn dieser äußerst stark ausgeprägt ist. Die zu Verformung der Knochen führenden Krankheiten Rachitis (Kinder) und Osteomalazie (Erwachsene) sind in Deutschland deshalb äußerst selten.

Welchen Einfluss übt die Industrie aus?

Philippe Autier vermutet in der nach wie vor großen Angst vor Vitamin-D-Mangel gewisse Zweige der Industrie, die von der Furcht profitiere. Vor allem die Hersteller der Vitaminpräparate, aber auch die Solariumindustrie hat er in Verdacht. Während Erstere am Verkauf der Präparate verdienen, würde Letztere versuchen, ihr Image aufzupolieren, indem sie ultraviolette Strahlung als praktische Möglichkeit inszeniere, um die Vitaminproduktion über die Haut anzukurbeln. Die Hautkrebsgefahr ist da schnell relativiert.

Das sieht Jörg Reichrath anders, so die "SZ". Der Tagungspräsident der industriell gesponserten Veranstaltung "Vitamin D Updates" im Jahr 2013 behauptet: Gerade weil die Unterstützung der Vitamin-D-Forschung gering sei, gebe es bislang keine hochqualitativen Studien, welche die weitgehenden präventiven Effekte eindeutig zeigen könnten. Womöglich würden solche Studien auch einfach nicht die gewünschten Erkenntnisse zutage fördern.

Gerade im Winter leiden viele Menschen unter einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen.

Wenn wir gesund und fit bleiben wollen, müssen wir dafür sorgen, dass wir regelmäßig Vitamine und Nährstoffe zu uns nehmen.

 

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