Verdacht auf Eisenmangel – Keine Selbstmedikation

Freitag, 14.02.2014

Eisenmangel kommt in westlichen Industrieländern seltener vor, als es einem die Werbung weismachen will. In Gegenteil kann zu viel Eisen durch eine Selbstmedikation sogar schaden.

Eisenmangel kann sich durch Symptome wie sprödes Haar oder brüchige Nägel bemerkbar machen. Auch rissige Mundwinkel sowie trockene Haut können auftreten – allesamt Anzeichen, die genauso gut andere Ursachen haben könnten. Trotzdem greift so mancher in gutem Glauben an die zahlreichen Werbeversprechen zu einem Präparat gegen Eisenmangel, ohne die Symptome zuvor von einem Arzt abklären zu lassen. Diese Selbstmedikation kann gefährlich sein.

Verdacht auf Eisenmangel: Arzt befragen

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"Eine zu hohe Eisenzufuhr kann erhebliche gesundheitliche Folgen zeitigen", warnt Evelyn Breitweg-Lehmann vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung/dpa".

Wer zu viel Eisen zu sich nimmt, riskiert beispielsweise koronare Herzerkrankungen. Hierzu zählen etwa Arteriosklerose sowie Herzinfarkte. Gelangt ein Zuviel des Mineralstoffs ungehindert ins Blut, schädigt er Gefäße, Herz und Leber. Gefährlich ist eine hohe Menge an Eisenionen, die die Bildung von schädlichen Sauerstoffradikalen fördert. Diese wiederum haben nicht nur einen negativen Einfluss auf die Blutgefäße, sondern können auch das Krebsrisiko erhöhen. Dazu gesellt sich eine höhere Anfälligkeit für Infektionen. Weil Eisen Bakterien beim Wachstum unterstützt, können eigentlich harmlose Infektionen einen schwereren Verlauf nehmen.

Über- und Unterversorgung: Enger Grenzbereich

Eisen gehört zu den Nährstoffen, bei denen Über- und Unterversorgung nahe beieinanderliegen. Der für den Menschen gesunde Toleranzbereich ist nicht groß, weshalb ein latenter Eisenmangel recht verbreitet, aber nicht schädlich ist, sofern ein gewisses Maß nicht unterschritten wird. Betroffene leiden in der Regel auch nicht unter den genannten Symptomen.

Eine Überdosierung als Folge einer Selbstmedikation ist hingegen mit viel größeren Risiken verbunden, weshalb Experten dringend davon abraten, ohne akuten Eisenmangel zu entsprechenden Präparaten zu greifen. Wer Symptome feststellt und diese auf eine Mangelversorgung zurückführt, sollte stattdessen zum Arzt gehen. Mithilfe eines Blutbildes lässt sich ein Eisenmangel zweifelsfrei feststellen oder ausschließen. Der Arzt kann dann Präparate in geeigneter Dosierung empfehlen oder Ernährungstipps geben, um auf diesem Wege genügend Eisen aufzunehmen.

Verdacht auf Eisenmangel Keine Selbstmedikation

Wenn wir nicht dafür sorgen, dass wir ausreichend Nährstoffe und Vitamine bekommen, führt dies zu Mangelerscheinungen.

 

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