Weizenallergie und Glutenunverträglichkeit – der Unterschied

Mittwoch, 07.09.2016

Oft wird kein Unterschied zwischen Weizenallergie und Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) gemacht und beides synonym verwendet. Dabei handelt es sich keinesfalls um das Gleiche. Was beide Krankheitsbilder für Betroffene bedeuten, welche Symptome typisch sind und wie eine Diagnose möglich ist, erfährst du hier.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind längst keine Seltenheit mehr. Doch genauso, wie Laktoseintoleranz nicht mit einer Milchallergie gleichzusetzen ist, gibt es auch einen Unterschied zwischen Weizenallergie und Glutenunverträglichkeit. 

Entscheidender Unterschied zwischen Weizenallergie und Glutenunverträglichkeit

Glutenunverträglichkeit ist wesentlich komplexer als eine Weizenallergie. Menschen, die kein Weizen vertragen, reagieren entweder nur auf umherfliegende Weizenpollen allergisch oder müssen ganz auf Produkte verzichten, die Weizen enthalten, sprich Brot, Kuchen, Nudeln und ähnliche Erzeugnisse aus Weizenmehl. In diesem Fall handelt es sich um eine Nahrungsmittelallergie. Gluten wiederum bedeutet weitaus mehr. Zöliakie-Betroffene müssen alle Lebensmittel meiden, die Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel oder Gerste enthalten. All diese Getreidearten enthalten Gluten. Mittlerweile gibt es glücklicherweise schon viele glutenfreie Produkte, die eine Ernährung ohne das Klebereiweiß erleichtern.

Symptome beider Krankheitsbilder

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen Weizenallergie und Glutenunverträglichkeit sind die Symptome. Wer auf Weizen allergisch reagiert, hat vor allem im Juni mit Beschwerden an Bronchien, Haut oder Darm zu kämpfen. Bei einer entsprechenden Nahrungsmittelunverträglichkeit sind Magen-Darm-Beschwerden, Neurodermitis, Müdigkeit, erhöhter Blutdruck, Depressionen, ADHS, Herzstörungen und Aggressivität besonders häufig.

Die Symptome von Zöliakie können sich mit denen einer Weizenallergie durchaus überschneiden. Magen-Darm-Probleme bis hin zur chronischen Darmentzündung, Depressionen und Müdigkeit etwa sind auch bei einer Glutenintoleranz keine Seltenheit. Es können dazu Knochenschmerzen, Appetitlosigkeit, Eisen- und Vitaminmangel, Erkrankungen der Niere und Ödeme auftreten.

Wie werden Weizenallergie und Zöliakie diagnostiziert?

Beide Unverträglichkeiten sind in ihren Krankheitsbildern nicht ausreichend spezifisch. Reizdarm oder Fibromyalgie können daher ebenfalls als Ursache der Beschwerden in Betracht gezogen werden. Die gute Nachricht: Sowohl Gluten- als auch Weizenintoleranz lassen sich heute eindeutig diagnostizieren. Ersteres durch eine Dünndarmbiopsie sowie eine Blutuntersuchung, bei der bestimmte Antikörper Aufschluss über eine etwaige Erkrankung geben können, eine Weizenallergie mittels Allergietest. Dein Hausarzt beantwortet dir dazu gerne deine Fragen.

Immer mehr Menschen reagieren allergisch auf Weizen - ohne eine Glutenunverträglichkeit zu haben.

Brot und Kuchen – für Menschen mit Weizenallergie oder Glutenunverträglichkeit oft problematisch.

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