Syphilis in Baden-Württemberg: Immer mehr Infektionen

Donnerstag, 09.10.2014

In Baden-Württemberg infizieren sich offenbar immer mehr Menschen mit Syphilis. Vor allem in den letzten beiden Jahren ist ein starker Anstieg der Krankheitsfälle zu beobachten.

Wie die Online-Version der "Schwäbischen Zeitung" berichtete, ist die Zahl der Erkrankungen an Syphilis in Baden-Württemberg alleine von 2012 bis 2013 um 48 Prozent gestiegen. Das Portal beruft sich dabei auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Demzufolge waren 2013 in Baden-Württemberg 474 Infektionen mit der Geschlechtskrankheit registriert. Mit 151 Fällen mehr als 2012 hat sich die Zahl der Ansteckung mit Syphilis innerhalb nur eines Jahres beinahe verdoppelt.

Syphilis: Noch mehr Infektionen in 2014?

Auch die bislang in diesem Jahr bekannt gewordenen Fallzahlen lassen nicht auf einen Rückgang der Infektionsrate schließen – im Gegenteil. Bis Juli dieses Jahres wurden bereits 205 Erkrankungen gemeldet. Weil es aber bis zu zwei Monate dauern kann, bis die gemeldeten Zahlen in die offizielle Statistik des RKI einfließen, könnten die tatsächlich aufgetretenen Infektionen sogar noch deutlich höher ausfallen.

Wie die "Schwäbische Zeitung" Dr. Günter Pfaff vom Landesgesundheitsamt zitiert, sei es besonders wichtig, Syphilis nicht als Bagatelle abzustempeln, weil sie zumindest im Anfangsstadium üblicherweise leicht mit Antibiotika behandelbar ist. Hierbei sei insbesondere zu beachten, dass die Erkrankung "möglicherweise nur ein Marker für Entwicklungen bei anderen sexuell übertragbaren Infektionen" (auf Englisch "sexual transmitted infections", kurz "STI") sei. So könnte die zunehmende Verbreitung von Syphilis also darauf hindeuten, dass auch die Gefahr einer Ausbreitung von anderen Geschlechtskrankheiten wie HIV oder Tripper gegeben ist.

Auch immer mehr Heterosexuelle infiziert

Ein weiterer Aspekt, der den sorglosen Umgang vieler Menschen mit dem Thema Syphilis erklärt: Die Geschlechtskrankheit war lange Zeit vor allem unter homosexuellen Männern weit verbreitet. Heterosexuelle Männer und Frauen fühlten sich also vor einer Ansteckung relativ sicher. In den letzten Jahren konnte aber auch ein Anstieg der Infektionen unter Heterosexuellen verzeichnet werden. "STI verdienen mehr Aufmerksamkeit, als ihnen derzeit entgegengebracht wird", resümiert Pfaff. Obwohl Kondome den sichersten Schutz gegen Geschlechtskrankheiten darstellen, kann eine Infektion mit Syphilis auch unter der Verwendung des Verhütungsmittels nicht vollständig ausgeschlossen werden. Bei dem Verdacht einer Infektion ist der Gang zum

Frau, Mädchen

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