Senioren anfälliger für Grippe – Weil sie resistenter sind

Freitag, 18.04.2014

Es gibt einen einfachen Grund, warum Senioren anfälliger für Grippe sind: ihr Immunsystem. Dabei ist dieses nicht schwächer, sondern im Gegenteil viel besser auf Viren vorbereitet.

Klingt merkwürdig, ist aber so: Ältere Menschen sind resistenter gegen Grippe und leiden doch länger an den Symptomen der Viruserkrankung. Wie der österreichische "Standard" berichtet, haben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig herausgefunden, dass eine erhöhte Resistenz gegen die Grippeviren dafür verantwortlich sein könnte, dass die Immunantwort erst sehr spät erfolgt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler um Dr. Michael Meyer-Hermann im Fachblatt "Journal of Virology".

Gripperesistenz: Ein Vorteil wird zum Nachteil

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Die Forscher erklären mithilfe eines mathematischen Modells, wie die Resistenz gegen Grippeviren und eine verspätete Immunantwort zusammenhängen: Die Viren befallen bestimmte Zellen in der Lunge. Sie dienen ihnen als Wirt. Botenstoffe des Immunsystems, sogenannte Zytokine, schützen die Zellen vor einer Infektion und machen sie damit resistenter. Bei Senioren ist die Anzahl der Zytokine grundsätzlich erhöht, was zur Folge hat, dass sich die Grippeviren nur sehr langsam vermehren können, abgetötet werden können sie jedoch nicht.

Die Folge: Die Infektion geht nur schleichend voran und bleibt deshalb vom Immunsystem unbemerkt. Dieses ist nämlich darauf trainiert, nur besonders heftige Infektionen umgehend und mit aller Stärke zu bekämpfen. Eine solche Immunantwort bleibt bei älteren Menschen wegen der zunehmenden Resistenz durch die Botenstoffe aus.

Grippe: Symptome bleiben länger

Das Immunsystem greift also nur dann ein, wenn eine bestimmte Reizschwelle überschritten wird. Aus diesem Grund dauert eine Grippeerkrankung samt den dabei auftretenden Symptomen wie Fieber oder Gelenkschmerzen bei Senioren in aller Regel länger als bei jüngeren Menschen. "Um schnell wieder gesund zu werden, muss man also zunächst schwerer erkranken", fasst Meyer-Herrmann laut dem "Standard" das auf den ersten Blick paradox erscheinende Phänomen zusammen.

Die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums könnten zukünftig als Lösungsansatz dienen, wie sich Grippe bei Senioren effektiver bekämpfen ließe. Eine zentrale Rolle werden hierbei die für die Gripperesistenz verantwortlichen Zytokine spielen.

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