Selen als Nahrungsergänzungsmittel – Erhöhtes Krebsrisiko

Freitag, 09.05.2014

Selen als Nahrungsergänzungsmittel soll vor Herz-Kreislauf-Beschwerden schützen. Doch laut Studien ist es wirkungslos. Eine neue Untersuchung entlarvt Selen-Präparate als krebserregend.

Schon seit einiger Zeit sind viele Nahrungsergänzungsmittel in Verruf geraten. Sie seien teuer, in den meisten Fällen wirkungslos und würden bei Überdosierung in manchen Fällen die Entstehung von Krankheiten begünstigen. Präparaten mit Selen ist es nun nicht anders ergangen: Im Jahr 2013 veröffentlichte das unabhängige wissenschaftliche Netzwerk "Cochrane Collaboration" eine Untersuchung, die aufzeigte, dass Selen als Nahrungsergänzungsmittel keinen positiven Nutzen für das Herz habe. Es lassen sich also keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen damit vorbeugen. Darüber berichtete unter anderem die "Stiftung Warentest".

Krebserregendes Nahrungsergänzungsmittel

Nun hat die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) mit einer aktuellen Auswertung einer vor sechs Jahren abgebrochenen Studie nachgelegt. Wie das Internetportal der Deutschen Apotheker Zeitung "DAZ.online" berichtet, sollten vor allem Männer keine Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, die Selen oder Vitamin E enthalten, sofern kein tatsächlicher Mangel diagnostiziert wurde.

Die Wissenschaftler stellten bei Probanden eine Zunahme von Prostatakarzinomen fest, einer besonders aggressiven Krebsform. "DAZ.online" zitiert hierzu den Professor Herbert Rübben, Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Essen: "Dies bedeutet, dass das Spurenelement Selen, das der Körper in geringen Mengen benötigt, in höheren Dosierungen schadet."



Selenversorgung meist ausreichend

In den meisten Fällen wird der Organismus durch eine ausgewogene Ernährung ausreichend mit Selen versorgt, sodass eine zusätzliche Einnahme mittels Nahrungsergänzungsmitteln überhaupt gar nicht notwendig ist. Zu finden ist das Element etwa in Fisch und Meeresfrüchten, aber auch in Milch und Gemüse. "Wer das Gefühl hat, unterversorgt zu sein, sollte, bevor er zu Supplementen greift, mit seinem Arzt besprechen, ob er diese wirklich benötigt oder nicht", so Prof Helmut Schatz, Sprecher der DGE, laut dem Apotheker-Portal.

Am wahrscheinlichsten ist eine Unterversorgung mit Selen für Veganer. Sinnvoll könnte auch eine zusätzliche Dosis für Patienten sein, die an der Schilddrüse erkrankt sind oder künstlich ernährt werden müssen. Aber auch hier sollte zunächst ein Mediziner den tatsächlichen Bedarf ermitteln, ehe man zur möglicherweise schädlichen Pille greift.

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