Rückenschmerzen bei der Arbeit – Vor allem bei Leiharbeit

Donnerstag, 13.02.2014

Kein anderes Leiden verursacht so viele Krankheitsausfälle wie Rückenschmerzen. Einer Umfrage zufolge sind Leiharbeiter besonders stark betroffen.

Leiharbeit hat in Deutschland einen zweifelhaften Ruf – und könnte nun auch noch für Rückenschmerzen verantwortlich sein. Eine Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin stellte Ende Januar 2014 die Ergebnisse der Erwerbstätigenbefragung 2012 vor. Darin lässt sich ein deutlicher Unterschied erkennen, was die Gesundheit von Leiharbeitern im Vergleich zu fest angestellten Mitarbeitern betrifft. Die Angestellten auf Zeit leiden demnach häufiger unter Rückenschmerzen und anderen Muskel-Skelett-Beschwerden.

Gesundheitsbeschwerden bei Zeitarbeitern

Bei der repräsentativen Umfrage wurden etwas mehr als 20.000 in Deutschland Beschäftigte befragt, die mindestens 15 Jahre alt waren und mindestens zehn Stunden pro Woche arbeiteten. Darunter befanden sich insgesamt 479 Leiharbeiter, die ebenfalls zu Gesundheitszustand und Arbeitsbedingungen Auskunft gaben.

Von diesen gaben 44 Prozent an, dass sie mindestens unter drei verschiedenen Muskel-Skelett-Beschwerden gelitten haben. Darunter Rückenschmerzen, Nackenschmerzen oder Beschwerden in Armen und Beinen. Bei den Festangestellten waren es zehn Prozent weniger. Als völlig beschwerdefrei bezeichneten sich 24 Prozent der Zeitarbeiter, während es bei den Festangestellten 30 Prozent waren. Auffällig: Im Schnitt sind Leiharbeiter jünger als die Vergleichsgruppe der Festangestellten. Anders sieht es bei den psychosomatischen Beschwerden aus, zu denen etwa Erschöpfung und Reizbarkeit zählen. Hier lassen sich für beide Gruppen sehr ähnliche Angaben feststellen.

Rückenschmerzen durch schlechte Arbeitsbedingungen

Als Ursache für die unter Leiharbeitern weiter verbreiteten Rückenschmerzen kommen vor allen die häufig schlechteren Arbeitsbedingungen sowie die Einsatzbereiche infrage. So würden Firmen vor allem solche Arbeitsplätze mit Leiharbeitern besetzen, die harte körperliche Arbeit erfordern. Damit gehen häufig ungünstige Arbeits- und Umgebungsbedingungen etwa in Produktions- oder Logistikunternehmen, aber auch monotone Aufgaben in Dienstleistungsjobs einher.

Vor allem das Arbeiten im Stehen (72 Prozent), monotone Arbeit (68 Prozent) und das Arbeiten mit den Händen (57 Prozent) führt zu körperlichen Belastungen, denen fest angestellte Arbeitnehmer insgesamt seltener ausgesetzt sind. An den Arbeitsplätzen herrscht zudem häufig ein ungünstiges Klima (31 Prozent) sowie Lärm (41 Prozent). Trotz dieser Nachteile sind Zeitarbeiter in vielen Fällen von den Gesundheitsprogrammen der entleihenden Unternehmen ausgeschlossen wie etwa Betriebssport oder gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen.

Wenn jede Bewegung zur Qual wird - Rückenschmerzen gehören zu den am weitesten verbreiteten Leiden in Deutschland.

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Rückenschmerzen bei der Arbeit
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13.02.2014 15:24
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