Rohmilch gegen Laktoseintoleranz – Kann sie helfen?

Dienstag, 08.04.2014

Lässt sich eine Laktoseintoleranz mithilfe von Rohmilch behandeln? Diese Hoffnung haben viele Betroffene, doch eine US-Studie sorgt vorerst für Ernüchterung.

Je nach Ausprägung einer Laktoseintoleranz ist die Ernährung von Betroffenen leicht bis stark eingeschränkt. Heilbar ist die Unverträglichkeit von Milchzucker bisher nicht. Umso größer war die Hoffnung, als etwa eine 2007 gestartete Umfrage im US-Bundesstaat Michigan ausgerechnet Rohmilch als möglichen Heilsbringer ins Spiel brachte. Es kam der Verdacht auf, dass unter Umständen der Pasteurisierungsvorgang die Ursache von Laktoseintoleranz sein könnte.

Rohmilch hilft nicht bei Laktoseintoleranz

Wie der "Chicago Tribune" berichtet, nimmt die Zahl der Menschen zu, die nicht pasteurisierte Rohmilch in dem Glauben trinken, dass sich deren Inhaltsstoffe positiv auf die Gesundheit auswirken oder gar bei Laktoseintoleranz helfen. Sogar Schwangere greifen häufiger zu Rohmilch, obwohl das Risiko einer Infektion durch Bakterien die Gesundheit des ungeborenen Kindes gefährdet.
Dabei habe eine kleine Pilotstudie der Universität von Stanford ergeben, dass Rohmilch keine positiven Veränderungen bei Menschen mit Laktoseintoleranz mit sich bringt: 2010 nahmen daran 16 Probanden teil, die allesamt eine selbstdiagnostizierte Unverträglichkeit von Milchzucker aufwiesen. Um einen möglicherweise positiven Einfluss von Rohmilch zu untersuchen, teilten die Forscher die Studienteilnehmer in drei Gruppen auf.

Kein Unterschied: Roh, pasteurisiert oder Soja

Während die eine Gruppe acht Tage lang Rohmilch trank, nahmen die anderen Studienteilnehmer pasteurisierte Milch oder Sojamilch zu sich. Damit der Geschmack nichts über die Beschaffenheit des Getränks verriet, waren alle Sorten mit Vanillegeschmack versetzt. Das Ergebnis war ernüchternd: Nach zahlreichen verschiedenen Tests konnten die Wissenschaftler bei keiner der drei Gruppen eine Besserung der Laktoseintoleranz feststellen.

Der Versuch "brachte keinerlei Beweis zutage, dass Erwachsene mit Laktoseintoleranz Rohmilch besser vertragen, weder objektiv, noch subjektiv", zitiert der "Chicago Tribune" die Wissenschaftler der Studie. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt: Die Forscher geben gleichzeitig zu bedenken, dass sich der menschliche Körper zunächst an die Rohmilch gewöhnen müsse. Und dafür seien acht Tage möglicherweise zu kurz gewesen. Weitere Studien könnten für Aufschluss sorgen.

Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet, hat oft mit Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl und anderen Symptomen zu kämpfen.

Nur eine Magenverstimmung oder doch eine Laktoseintoleranz? Hören Sie auf Ihren Bauch und deuten Sie die Symptome richtig.

 

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