Rheumatologe bei Rückenschmerzen: Entzündliche Erkrankung

Samstag, 06.09.2014

Rückenschmerzen entstehen nicht nur durch überstrapazierte oder falsch belastete Muskeln oder Fehlstellungen der Wirbelsäule. Das Volksleiden kann auch entzündliche Ursachen haben.

Halten Rückenschmerzen länger als drei Monate an, treten sie oft nach dem Aufwachen in Begleitung von Morgensteifigkeit der Gelenke auf und bessern sich durch Bewegung, nicht aber durch Ruhe, kann eine Entzündung dahinter stecken. Dabei kann es sich um die sogenannte axiale Spondyloarthritis (SpA) handeln, im späten Stadium als Morbus Bechterew bezeichnet – eine entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, die zu den rheumatischen Erkrankungen gezählt wird. Meist beginnt die axiale Spondyloarthritis schleichend, die Schmerzen treten Stück für Stück vor dem 45. Lebensjahr auf. Betroffene verspüren einen tiefsitzenden Schmerz im Becken- oder Lendenwirbelbereich, der langsam von der einen auf die andere Seite wandern kann.

Entzündliche und nicht-entzündliche Rückenschmerzen

Häufig werden entzündliche Rückenschmerzen lange fehldiagnostiziert, erklärt Experte Martin Rudwaleit, Rheumatologe am Endokrinologikum Berlin bei "Spiegel Online": "Es dauert leider oft mehr als zehn Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird." Im Gegensatz zu nicht-entzündlichen Rückenleiden, wie zum Beispiel einem Bandscheibenproblem, würden sich axiale Spondyloarthritis und Morbus Bechterew langsam und schleichend bemerkbar machen. "Bandscheibenprobleme oder auch der Hexenschuss äußern sich dagegen in akutem Schmerz", beschreibt der Experte die Symptome. "Dieser ist auf einer Seite lokalisiert und strahlt jeweils in das gleiche Bein aus. Was bis zum Fuß ausstrahlt, ist in der Regel kein Bechterew, sondern eine Bandscheibenproblematik. Der Bechterew-Schmerz geht bis zum Oberschenkel oder Knie, nicht weiter."

Rheumatische Schmerzen diagnostizieren

Eine entzündliche Erkrankung lässt sich über Bluttests nachweisen. Außerdem tritt Morbus Bechterew oft mit bestimmten Begleitsymptomen auf, erklärt Rudwaleit. "Gehäuft treten bei Bechterew-Patienten eine Regenbogenhautentzündung am Auge auf, eine Entzündung des Ansatzes der Achillessehne oder auch der Fußsohlensehne an ihrem Ansatz an der Ferse. Weitere Risikofaktoren sind entzündete Gelenke, Schuppenflechte, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen – und wenn jemand in der Familie an Morbus Bechterew erkrankt ist."

Sind die entzündlichen Rückenschmerzen erst einmal diagnostiziert, kann die Krankheit behandelt werden. "Es ist nicht so, dass die Patienten alle schrecklich krumm werden", beruhigt Rudwaleit die von dem chronischem Leiden Betroffenen. Linderung verschafften entzündungshemmende antirheumatische Medikamente und viel Bewegung. Die Ursachen der Krankheit lassen sich jedoch noch nicht medizinisch beheben.

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Der Rheumatologe kann auch bei Rückenschmerzen eine Anlaufstelle sein.

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