Reaktion auf Grippeimpfung – Bei Frauen wirksamer

Dienstag, 07.01.2014

Bevor die Grippewelle naht, kann eine rechtzeitige Impfung vor der Erkrankung schützen oder sie abmildern. Bei Frauen schlägt die Immunisierung besser an als bei Männern. Aber warum?

Ist das Immunsystem geschwächt, kann eine Grippe einen schweren Verlauf nehmen. Eine frühzeitige Grippeimpfung kann das Risiko senken, weil der Körper dann im Ernstfall über genügend Antikörper verfügt. Verblüffend ist, dass Frauen empfindlicher auf die Immunisierung reagieren als Männer und damit auch besser als diese geschützt sind. Forscher vermuten jetzt, dass das männliche Geschlechtshormon Testosteron für die geringere Wirksamkeit bei Männern verantwortlich ist.

Testosteron beeinflusst das Immunsystem

Als Reaktion auf eine Grippeimpfung produzieren Frauen anschließend sowohl mehr Antikörper als auch sogenannte Zytokine, die als Eiweiße für das körpereigene Abwehrsystem von Bedeutung sind. Ein Forscherteam der Stanford University in Kalifornien machte sich an die Ursachenforschung und schreibt dem Testosteron bei ihren Ergebnissen eine entscheidende Rolle zu. Es würde nicht nur Impfungen gegen Grippe, sondern auch gegen Gelbfieber, Masern und Mumps beeinflussen. Die Ergebnisse veröffentlichten sie in den "Proceedings" der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

Die Wissenschaftler um Mark Davis untersuchten die Reaktion von 53 Frauen und 34 Männern und beobachteten, dass die Immunreaktion bei den Impfungen umso schwächer ausfiel, je höher der Testosteronspiegel war.

Männer trotz Grippeimpfung anfälliger

Das Testosteron würde laut der Studie verschiedene Gene beeinflussen, die einen entscheidenden Anteil an der Abwehrreaktion des Körpers haben: Diese sorgen dafür, dass die Immunantwort schwächer ausfällt. Je mehr Testosteron, desto aktiver die Gengruppe und umso weniger Antikörper produziert der Körper, um sich gegen eine Grippe zu wappnen.

Die vordergründige Schwäche könnte ein evolutionärer Vorteil gewesen sein, etwa weil die Männer der Frühgeschichte auf der Jagd möglicherweise nicht auf jede Verletzung mit einer heftigen Immunabwehr reagierten. Dies hätte unter Umständen sowohl das eigene Leben als auch das der gesamten Gruppe gefährden können.

Leiden Männer deshalb auch mehr?

Es gilt als offenes Geheimnis, dass Männer nicht nur bei einer Grippe, sondern grundsätzlich in Krankheitsfällen stärker leiden als Frauen. Die Studie legt den Schluss nahe, dass auch hierfür das Testosteron verantwortlich sein könnte – schließlich kann sich die männliche Immunabwehr nicht so effektiv gegen die Erreger wehren wie die von Frauen. Ob ein solcher Schluss zulässig ist, müssen jedoch weitere Studien beweisen.

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