Rätsel um Spanische Grippe gelöst – Warum sie so tödlich war

Freitag, 16.05.2014

Zwischen 1918 und 1920 kostete die Spanische Grippe Millionen von Menschen das Leben. Forscher haben nun eine Erklärung dafür gefunden, warum damals überwiegend junge Erwachsene starben.

Wie viele Leben die Spanische Grippe tatsächlich dahinraffte, ist nicht genau geklärt. Neueste Schätzungen gehen unter anderem laut "Spiegel Online" von 50 Millionen aus. Unumstritten ist hingegen, dass sich darunter vor allem jüngere Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren und insbesondere zwischen 25 und 29 Jahren befanden. Dieses Mysterium glaubt ein Forscher-Team um Evolutionsbiologe Dr. Michael Worobey von der University of Arizona in Tucson gelöst zu haben.

Kindheit  als entscheidende Phase

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Die Ursache dafür, dass die Spanische Grippe nicht vornehmlich die Jüngsten und Alten tötete, also die vermeintlich körperlich Schwächsten, vermuten die Forscher in der Kindheit der Opfer. Demnach habe der Grippestamm H1N1 vor knapp 100 Jahren vor allem deshalb so verheerend gewütet, weil das Immunsystem der vornehmlich betroffenen Altersgruppe nicht auf den Erreger vorbereitet war.

Die körpereigene Abwehr kann nur dann erfolgreich gegen ein Virus vorgehen, wenn es in der Kindheit entsprechend trainiert wurde. Dafür bedarf es allerdings auch des Kontakts zum Grippestamm – und diesen gab es in der Kindheit der 25- bis 29-Jährigen vermutlich nur sehr selten oder gar nicht. Demnach ist nicht das Virus selbst so aggressiv gewesen, sondern die Menschen waren auf die H1N1-Erreger nicht vorbereitet. Dafür spräche auch, dass die meisten nicht an der Spanischen Grippe selbst starben, sondern an bakteriellen Infektionen, die begleitend auftraten.

Grippe-Abwehr braucht Training

"Ein Mensch mit einem Antikörper-Arsenal gegen das Protein H3 schneidet nicht so gut ab, wenn er auf Grippeviren mit dem Protein H1N1 trifft", zitiert "Spiegel Online" Worobey. Eine Bestätigung sieht der Wissenschaftler in den Grippeepidemien der heutigen Zeit, die meist einer ganz bestimmten Altersgruppe auffällig stark zusetzen – nämlich derjenigen, die während ihrer Kindheit keine Immunität aufbauen konnte, weil sie keinen Kontakt zu den Erregern hatte.

Dieses Wissen soll nun auch für künftige Impfstrategien angewandt werden. Hier soll eben jener Immunschutz aus der Kindheit nachgeahmt werden, um die Sterblichkeitsrate durch Grippeinfektionen deutlich zu senken.

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