Psychisch bedingte Rückenschmerzen – Arbeitgeber in der Pflicht

Donnerstag, 06.02.2014

Die Ursache für Rückenschmerzen ist häufig mit psychischen Problemen verknüpft, die ihren Ursprung am Arbeitsplatz haben. Stress, Druck und Sorgen gehören dort zu den Auslösern.

Laut dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) lassen sich Rückenschmerzen in 85 Prozent der Fälle mit psychischen Problemen in Verbindung bringen. Häufig entstehen diese am Arbeitsplatz, wo sich viele Arbeitnehmer einem Druck ausgesetzt fühlen, dem sie nicht immer gewachsen sind. Mit der aktuellen Broschüre "Rückenbeschwerden und Psyche" will der Berufsverband die Arbeitnehmer für dieses Thema sensibilisieren.

Psychische Belastungen führen zu Rückenschmerzen

Ergonomische Büromöbel und Maßnahmen wie Betriebssport sind nur die eine Seite der Medaille. Die psychischen Belastungen, denen sich Arbeitnehmer ausgesetzt sehen, werden bei der Prävention von Rückenschmerzen häufig vernachlässigt: "Die Last, die ein Mitarbeiter im Lager auf seinen Schultern spürt, kann eine Folge des Gewinneinbruchs des Unternehmens in Fernost sein! Diese Sorgen um die Zukunft des Betriebes können gesundheitliche Folgen haben, die sich in Muskelverspannungen und letztlich Rückenbeschwerden bemerkbar machen", heißt es in der Broschüre.

"Psychische Last drückt auf die Schultern und beugt das Kreuz, oft nicht nur im übertragenen Sinn, sondern sichtbar." Um dem entgegenzuwirken, empfehlen die Experten die Beschäftigung eines Psychologen.

Was Arbeitgeber tun können

Rückenschmerzen zählen zu den Erkrankungen, die für die meisten krankheitsbedingten Ausfalltage verantwortlich sind. Aus diesem Grund könnte ein Psychologe nicht nur den Arbeitnehmer dabei unterstützen, wie er besser mit dem alltäglichen Stress umgehen kann, sondern auch einen wirtschaftlichen Nutzen bergen.

Psychologen könnten den Aufbau und die Arbeitsprozesse des Unternehmens oder der Firma analysieren, um Empfehlungen geben zu können, welche Abläufe sich verbessern lassen, um die nicht nur sprichwörtliche Last von den Schultern der Arbeitnehmer zu nehmen: "Die Beschäftigten empfinden Belastungen ganzheitlich und haben sehr sensible Antennen für das Unternehmen als Ganzes. Deshalb treten Belastungen nicht nur vor Ort, im Arbeitsablauf auf, sondern werden als Zusammenspiel des gesamten Unternehmens empfunden", heißt es in der BDP-Broschüre. Auch die Ebene der Unternehmenskommunikation sollte demnach auf den Prüfstand gestellt werden. So könne eine offenere Kommunikation, die nicht durch Hierarchien unterbrochen wird, zu den möglichen Maßnahmen gehören, die Rückenschmerzen indirekt lindern können.

Wenn jede Bewegung zur Qual wird - Rückenschmerzen gehören zu den am weitesten verbreiteten Leiden in Deutschland.

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