Operation bei Rückenschmerzen – Nicht immer sinnvoll

Montag, 20.01.2014

Wer unter Rückenschmerzen leidet, bekommt nicht immer die richtige Behandlung. Laut Schmerztherapeut Dr. Bernhard Arnold ist die multimodale Therapie oft effektiver als eine Operation.

In Deutschland gelten Rückenschmerzen verschiedenster Ausprägung als Volksleiden. Keine Erkrankung verursacht mehr Krankheitsausfälle als das Kreuzleiden. Handelt es sich um chronische Rückenschmerzen, ist eine Operation häufig der letzte Ausweg – zu Unrecht, findet Schmerztherapeut Dr. Bernhard Arnold. In einem Interview mit der "Ärztezeitung" hält er andere Therapiemethoden häufig für die bessere Wahl. Allerdings würden diese nicht immer ausreichend vergütet.

Alternativen zur Operation bei Rückenschmerzen

Dabei verweist Arnold zunächst auf die Möglichkeit der Spontanheilung: "Bei Rückenschmerzen, selbst bei anhaltenden, gibt es eine hohe Spontanheilungsrate. Vielen kann schon mit einfachen Maßnahmen geholfen werden, wie einer vorübergehenden medikamentösen Therapie oder Physiotherapie. Wichtig ist, dass die Betroffenen körperlich aktiv bleiben."

Sollte dies nicht zum gewünschten Erfolg führen, würde in vielen Fällen die multimodale Therapie eine sinnvolle Alternative zur Operation darstellen. Diese lässt sich sowohl stationär als auch ambulant durchführen.

Was ist die multimodale Therapie?

Diese Therapieform würde besonders bei chronischen Rückenschmerzen helfen können, deren Ursache nicht ausschließlich körperlicher Natur ist, sondern auch die Folge von psychischen Leiden. Hier gilt es, einen Teufelskreis zu durchbrechen. "Eine depressive Stimmungslage aufgrund dauerhafter Rückenschmerzen beeinträchtigt die Leistung am Arbeitsplatz, die negative Rückmeldung am Arbeitsplatz verstärkt die körperliche und seelische Symptomatik", beschreibt Arnold das Phänomen.

Operation nicht immer günstiger

Bei der multimodalen Therapie betrachten Mediziner deshalb nicht nur die körperlichen Ursachen. Stattdessen arbeiten Mediziner mit Psychologen und Psychotherapeuten zusammen, um beide Ursachenfelder zu behandeln. Allerdings müssen für eine solche Behandlung mindestens 100 Therapiestunden veranschlagt werden, die mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sind und von den Krankenkassen für die Ärzte schlechter vergütet werden. Aus wirtschaftlichen Gründen ist die Operation bei Rückenschmerzen deshalb oft die erste Wahl.

Dr. Arnold weist in der "Ärztezeitung" jedoch darauf hin, dass Operationen für die Krankenkassen häufig mit hohen Folgekosten verbunden sind, während diese bei der multimodalen Therapie gegen Rückenschmerzen in vielen Fällen geringer ausfallen. Laut Arnold kehrten "zwischen 60 und 80 Prozent der Patienten, die aufgrund ihrer Beschwerden arbeitsunfähig waren, nach einer multimodalen Therapie wieder an den Arbeitsplatz zurück".

Wenn jede Bewegung zur Qual wird - Rückenschmerzen gehören zu den am weitesten verbreiteten Leiden in Deutschland.

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