Ohne Medikamente gegen Migräne: Verhaltenstherapie hilft

Sonntag, 28.09.2014

Migräne schränkt das Leben von Betroffenen stark ein. Um die extremen Kopfschmerzen zu behandeln, kann eine Verhaltenstherapie auf lange Sicht die beste Lösung sein.

Stechender Schmerz, verschwommene Sicht, Kopfschmerzen bis zum Erbrechen: Migräne kann sich für Betroffene zu einer echten Last entwickeln. Statt im akuten Schmerzfall auf Tabletten und andere Medikamente zurückzugreifen, können Patienten aber auch andere Wege gehen. Studien haben gezeigt, dass eine Verhaltenstherapie langfristige Besserung verspricht – mehr sogar, als eine rein medikamentöse Behandlung.

Ein Mix aus Medikamenten und Verhaltenstherapie

"Leitlinien empfehlen für die Behandlung bei Migräne neben Medikation psychotherapeutische Interventionen bzw. deren Kombination", informiert die "Ärzte Zeitung" online über neue, wissenschaftliche Erkenntnisse. Das bedeutet, eine Behandlung mit Medikamenten kann durch therapeutische Sitzungen ergänzt werden und so die Chancen im Kampf gegen die schlimmen und immer wiederkehrenden Kopfschmerzen verbessern.

Auch bei der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft und der Gesellschaft für Neuropädiatrie herrscht diese medizinische Ansicht vor: "Es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass nicht-medikamentöse prophylaktische Maßnahmen, insbesondere Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie, eine sehr hohe Erfolgsrate aufweisen." Konkret bedeutet dies, dass Verhaltenstherapien in Form von Entspannungstechniken die beste Behandlung von Migräne sein könnten, für Erwachsene ebenso wie für Kinder.

Migräne-Studie bei Kindern: Entspannung hilft

Unter der einvernehmenden Schlagzeile "Chillen statt Pillen" verweist auch das Gesundheitsportal "DocCheck.com" auf den erfolgreichen Einsatz von Entspannungstechniken bei Migräne-geplagten Kindern. Das Portal berichtet von einer Studie der Universität Göttingen mit 80 Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 14 Jahren, die auf diese Weise behandelt wurden. Zwei Monate lang wurden die jungen Patienten beobachtet. Das Ergebnis: "Die Kopfschmerzen haben sich während der Therapie bei ca. 60 Prozent der Patienten nach eigenen Angaben sehr verbessert."

Das bedeutet aber nicht, Sie bei Migräne Einzelsitzungen mit einem Psychotherapeuten verordnet bekommen. Unter Verhaltenstherapie lassen sich Entspannungstechniken wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training oder Biofeedback-Verfahren zusammenfassen. Beim Biofeedback werden nicht bewusst wahrnehmbare Körpersignale gemessen – und somit vielleicht auch die Ursachen der Migräne entlarvt.

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Bei Migräne müssen Sie nicht immer sofort zu Medikamenten greifen. Eine wesentlich schonendere Methode für den Körper ist eine Verhaltenstherapie.

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28.09.2014 15:00
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