Nutzerinnen der Antibabypille werden immer jünger

Montag, 04.09.2017

Die Antibabypille hat einen ambivalenten Ruf. Zum einen verspricht sie eine hohe Verhütungssicherheit und unkomplizierte Anwendung. Zum anderen wird vermehrt diskutiert, wie schädlich sie für die Nutzerinnen ist. Das scheint jedoch gerade die junge Zielgruppe wenig abzuschrecken: Die Zahlen der jungen Anwenderinnen steigen.

In einer Pressemeldung gab die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) bekannt, dass die verschreibungspflichtige Antibabypille immer mehr junge Mädchen einnehmen – obwohl die Diskussionen um das Präparat verdeutlichen, wie ungesund der Ovulationshemmer sein kann.

Die Verschreibungszahlen steigen drastisch im jüngeren Publikum

Die Zahlen, die die SBK veröffentlichte, sind eindeutig: Gerade für Mädchen unter 15 Jahren scheinen hormonelle Verhütungsmittel, sprich die Antibabypille oder auch die Hormonspirale, immer attraktiver zu werden. Mädchen unter 15 Jahren machten im Jahr 2015 nur einen kleinen Anteil der Gesamtverschreibungen aus. Der Wert lag knapp über null Prozent mit insgesamt 45 Verordnungen. In diesem Kalenderjahr hat sich da einiges getan: An ein Prozent der Versicherten unter 15 Jahren wurde das Verhütungsmittel bereits verschrieben. Das betrifft bislang 210 Mädchen. Und auch das Alter der jüngsten Nutzerinnen musste 2017 nach unten korrigiert werden. In diesem Jahr wurde einer Elfjährigen die hormonelle Verhütung verschrieben.

Antibabypille als Verhütungsmittel der Jugend

Daneben steigen auch die Verschreibungszahlen für 15- bis 16-jährige Mädchen. Im ersten Halbjahr 2017 gab es schon fast so viele Verschreibungen wie im gesamten vorangegangenen Jahr. 19 Prozent dieser Rezepte gingen an die Versicherten im Alter von 15 und 16. 2015 lag dieser Anteil noch bei 8 Prozent.

Keine Angst vor Nebenwirkungen?

Die Gründe für eine Verschreibung hormoneller Verhütungsmittel sind vielfältig. Im Vordergrund steht natürlich der Empfängnisschutz, aber immer häufiger wenden Nutzerinnen das Präparat an, um Menstruationsbeschwerden oder Akne entgegenzuwirken. Wie dem auch sei: Obwohl die Debatte um die schädlichen Nebenwirkungen der Antibabypille, wie etwa ein erhöhtes Thromboserisiko, in den vergangenen Jahren auf Hochtouren lief, scheint das jüngere Zielpublikum unbeeindruckt zu sein. Das legen jedenfalls die Zahlen der SBK nahe.

Nutzerinnen der Antibabypille werden immer jünger

Hoher Pearl-Index, unkomplizierte Anwendung, reinere Haut – die Antibabypille wird immer beliebter bei den Jugendlichen.

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04.09.2017 15:58
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