Nahrungsergänzungsmittel – Pillen fürs Kind?

Mittwoch, 27.11.2013

Tabletten, die Kinder schlauer machen – damit werben immer mehr Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln. Doch einen sogenannten "Klugstoff" gibt es gar nicht.

Mit maschinell hergestellten Hilfsmitteln soll der Nachwuchs zu geistigen Höchstleistungen gebracht werden. Unter anderem sollen dies Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in Tablettenform möglich machen. Doch "Stiftung Warentest" hat mithilfe eines Experimentes herausgefunden, dass solche Nahrungsergänzungsmittel nur "leere Versprechen" sind. 

Nahrungsergänzungsmittel: Nicht für Kinder

Folsaeure_TB.jpg

Immer wieder kursieren Gerüchte darüber, dass Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren leistungssteigernd wirken und zudem das Risiko für die weitverbreitete Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, mindern. Laut "Stiftung Warentest" seien die meisten Studien, die diesen Zusammenhang hergestellt haben, allerdings mangelhaft: Oft fehlten ärztliche Diagnosen, oder an den Studien nahmen nicht genug Kinder teil, um zu einem repräsentativen Ergebnis zu kommen. Auch ist noch immer unklar, ob Nahrungsergänzungsmittel, die Omega-Fettsäuren enthalten, überhaupt einen positiven Einfluss auf das Gehirn haben. 

All das ändert jedoch nichts daran, dass Eltern immer wieder auf Vitamin- oder Mineralstofftabletten zurückgreifen. Immerhin suggeriert die Werbung, dass Nahrungsergänzungsmittel gut fürs Kind seien. Dem widerspricht nun auch die Verbraucherzentrale Bayern: Über die Nahrung nehmen Kinder in der Regel schon die Vitamine und Mineralien zu sich, die sie brauchen. Vielmehr sollten die Eltern darauf achten, dass der Nachwuchs genügend schläft, ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt und regelmäßig an der freien Luft spielt. 

Gesunde Ernährung statt Tabletten

Zudem warnt die Verbraucherzentrale: Nahrungsergänzungsmittel können der Gesundheit des Kindes sogar schaden. Einige Präparate enthalten zum Beispiel zu viel Vitamin C oder Vitamin B12, was bei einem nicht ausgewachsenen Körper zu schwerwiegenden Schädigungen der Niere oder Leber führen kann. Zu viel Vitamin C kann obendrein Nierensteine begünstigen. 
Statt voreilig eigenmächtig zu Tabletten zu greifen, sollten Eltern zunächst den behandelnden Kinderarzt konsultieren. Generell raten Institutionen wie "Stiftung Warentest" oder auch Mediziner dazu, zunächst Mangelerscheinungen über die Ernährung zu kompensieren, anstatt zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen. Omega-Fettsäuren lassen sich durch fettigen Fisch wie Lachs aufnehmen oder durch ein paar Walnüsse sowie Rapsöl.
 

Zu den lebensnotwendigen Mineralstoffen gehören, Calcium, Magnesium, Kalium.

Vitamine und Mineralien fördern unter anderem den Stoffwechsel im Körper. Sie tragen wesentlich zu unserer Gesundheit bei.

 

Weitere Artikel

article
19379
Nahrungsergänzungsmittel
Pillen fürs Kind?
Tabletten, die Kinder schlauer machen – damit werben immer mehr Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln. Doch einen sogenannten "Klugstoff&quot...
http://www.fem.com/gesundheit/news/nahrungsergaenzungsmittel-pillen-fuers-kind
27.11.2013 10:43
http://www.fem.com/var/fem/storage/images/gesundheit/nahrungsergaenzungsmittel-pillen-fuers-kind/371490-1-ger-DE/nahrungsergaenzungsmittel-pillen-fuers-kind_contentgrid.jpg
Gesundheit

Kommentare