Nahrungsergänzungsmittel im Alter – Überdosierung möglich

Freitag, 17.01.2014

Viele alte Menschen oder Pflegebedürftige leiden unter Nährstoffmangel. Bei der selbstständigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kommt es jedoch häufig zu Überdosierungen.

Fast jeder kennt sie: Prospekte aus dem Briefkasten, die uns deutlich machen sollen, wie wichtig Nahrungsergänzungsmittel bei der Ernährung sind. Viele ältere Menschen vertrauen auf solche vermeintlich wissenschaftlichen Informationen und greifen deshalb täglich auf Produkte zurück, die ihnen ausreichend Mineralstoffe und Vitamine versprechen. In einer Studie fanden Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München heraus, dass aus diesem Grund häufig die empfohlene Tagesdosis überschritten werde.

Vor allem ältere Frauen betroffen

Im Fachjournal "The Journal of Nutrition, Health and Aging" veröffentlichten die für die Studie verantwortlichen Forscher Sigrid Schwab, Barbara Thorand und Annette Peters ihre Ergebnisse. Laut "Ernährungs Umschau" fanden sie heraus, dass 54 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer ab einem Alter von 65 Jahren Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Während die Frauen vor allem zu Magnesium und Vitamin D griffen, bevorzugten die Männer Magnesium und Vitamin E.

In vielen Fällen bestand allerdings kein Mangel an den entsprechenden Vitaminen oder Mineralstoffen. Dies hatte zur Folge, dass es immer wieder zu Überdosierungen kam. Vor allem bei Magnesium und Vitamin E war dies laut der Studie, an der etwa 1.100 Probanden teilnahmen, der Fall.

Nahrungsergänzungsmittel können gefährlich sein

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Was den meisten Menschen im fortgeschrittenen Alter nicht bewusst ist: Nicht immer leiden sie überhaupt an einem bestimmten Nährstoffmangel, oder dieser ist viel weniger stark ausgeprägt als angenommen, sodass die Dosierung der frei erhältlichen Nahrungsergänzungsmittel zu hoch ist. Solche Überdosierungen können laut den Wissenschaftlern zur Folge haben, dass der Körper wichtige Vitamine nicht mehr ausreichend aufnehmen kann.

So kann ein nicht vorhandener Nährstoffmangel paradoxerweise am Ende doch zu einem Mangel an bestimmten Vitaminen führen, ohne dass dies den Betroffenen bewusst ist. Um dieser Gefahr vorzubeugen, sollten weder ältere noch junge Menschen, Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln blind vertrauen. Wer unsicher ist, sollte sich am besten an seinen Arzt wenden, um gegebenenfalls Präparate in der richtigen Dosierung gezielt einsetzen zu können. Vor allem pflegebedürftige Menschen leiden nämlich tatsächlich unter einem Mangel verschiedener Nährstoffe – wichtig ist es jedoch zu wissen, um welche es sich dabei handelt.

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