Migränekopfschmerzen behandeln – Therapie mit Stromstößen

Mittwoch, 12.02.2014

Kopfschmerzen, die durch Migräneattacken ausgelöst werden, sollen sich mithilfe von Stromstößen lindern lassen. Die Therapie soll vor allem bei chronischer Migräne helfen.

Eine Stromtherapie soll Patienten helfen können, die unter chronischer Migräne leiden und bei denen eine medikamentöse Therapie gegen die heftigen Kopfschmerzen bislang ohne Erfolg blieb. Hartmut Göbel, Neurologe und Leiter der Schmerzklinik Kiel sagte laut einem "Spiegel Online"-Bericht: "Diesen Patienten können wir mit der Nervenstimulation eine Chance eröffnen, den schweren Leidensdruck zu reduzieren."

Wie funktioniert die Stromtherapie?

Bei der Stromtherapie gegen Kopfschmerzen, in Fachkreisen Okzipitale Nervenstimulation (ONS) genannt, bekommen Migränepatienten zunächst am Nacken zwei Elektroden eingesetzt. Der Eingriff ist mit einer örtlichen Betäubung möglich. An diese Elektroden wird ein scheckkartengroßes Gerät angeschlossen, das Stromstöße an bestimmte Nervenregionen abgibt. Intensität und Wirkungsbereich werden individuell auf den Patienten abgestimmt. Bei der Anwendung der Stromstoß-Therapie verspüren Patienten in der Regel ein leichtes Kribbeln oder ein Pulsieren im Kopf, zitiert "Spiegel Online" einen Betroffenen. 

Anschließend entscheidet eine Testphase darüber, ob die Therapie gegen die Migränekopfschmerzen hilft. "Es kann vier bis sechs Wochen dauern, bis der Therapieeffekt einsetzt", so Professor Andreas Straube von der Uniklinik Großhadern in München laut einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DKGN). Bei 40 Prozent der Migränepatienten lassen sich die Kopfschmerzen auf diese Weise abmildern. Auch bei Patienten mit sogenannten Clusterkopfschmerzen führt die Therapie mit Stromstößen zu Besserungen. Die Erfolgsquote liegt hier sogar bei 72 Prozent. Bei diesen Patienten wird ein Generator dauerhaft im Fettgewebe eingepflanzt, etwa über dem Schlüsselbein oder im Gesäß.

Kopfschmerzen dauerhaft lindern

Dabei wissen die Experten zwar, dass die Therapie wirkt – aber nicht genau wie sie funktioniert. Denkbar wäre, dass die Stromstöße verhindern, dass sie Schmerzimpulse an den Hirnstamm weitergeleitet und dadurch die Kopfschmerzen gelindert werden. Möglich ist aber auch, dass die regelmäßige Reizung der Nerven die Schmerzempfindlichkeit senkt. Unter Studienteilnehmern finden sich jedenfalls Kopfschmerzpatienten, die mithilfe dieser Therapie seit mehreren Jahren schmerzfrei sind oder bei denen die Beschwerden deutlich zurückgegangen sind.

Klagen Sie häufiger über Kopfschmerzen? Diese sind oft Zeichen von Mangelerscheinungen durch fehlende Vitamine oder Mineralstoffe.

Mangelerscheinungen treten dann auf, wenn zu wenig Nährstoffe und Vitamine im Körper vorhanden sind.

 

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