Laktoseintoleranz – Keine Selbstmedikation

Donnerstag, 20.03.2014

Bei einer Laktoseintoleranz können Laktase-Präparate helfen. Die sollten Sie aber nur einnehmen, wenn ein Arzt eine eindeutige Diagnose stellt. Selbstmedikation ist wenig sinnvoll.

Seit ein paar Jahren entsteht der Eindruck, dass immer mehr Menschen an einer Laktoseintoleranz leiden. Tatsächlich trifft dies auf schätzungsweise zehn Prozent der Bevölkerung zu, so die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, und zwar auf konstantem Niveau. Der Eindruck der Zunahme lässt sich unter anderem auf viele Fälle der Selbstdiagnose zurückführen. Kommt es nach dem Genuss von Milchprodukten zu Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall, liegt es für viele auf der Hand: Sie leiden unter Laktoseintoleranz.

Laktoseintoleranz nach Selbstdiagnose

Nicht wenige sparen sich nach solchen Beobachtungen den Gang zum Arzt für eine eindeutige Diagnose durch den Fachmann. Stattdessen greifen sie zu Laktase-Präparaten, welche die Aufgabe des fehlenden Enzyms Laktase übernehmen und beim Spalten des Milchzuckers unterstützen. Andere verzichten hingegen vollständig auf Lebensmittel, in denen Milchzucker enthalten ist oder kaufen spezielle, oft teure Produkte für Menschen mit Laktoseintoleranz.

Eine solche Selbstdiagnose mit anschließender Selbstmedikation ist jedoch nicht zu empfehlen. Zwar ist die Einnahme von Laktase-Präparaten nicht gefährlich, doch unter Umständen völlig überflüssig. Der freiwillige Verzicht auf Milchprodukte kann hingegen sogar negative Folgen für die Gesundheit haben.

Wichtige Kalziumlieferanten

Wer ohne medizinische Notwendigkeit auf sämtliche Milchprodukte verzichtet, verzichtet gleichzeitig auch auf Lebensmittel mit hohem Kalziumgehalt. Im schlimmsten Fall könnte es zu einem Kalziummangel kommen, der sich negativ auf Zähne und Knochen auswirken kann. Vor allem während der Schwangerschaft ist eine ausreichende Versorgung wichtig.

Wer nach dem Verzehr von Milchprodukten also Symptome einer Laktoseintoleranz bei sich feststellt, sollte die Diagnose einem Mediziner überlassen. Der kann mithilfe verschiedener Testverfahren wie dem Wasserstoff-Atemtest feststellen, ob Ihr Darm tatsächlich keine oder zu wenig Laktase-Enzyme aufweist oder ob stattdessen eine ganz andere Erkrankung vorliegt. Betroffene haben dann Gewissheit und können gezielter auf die Milchzuckerunverträglichkeit reagieren. Je nach Stärke der Ausprägung müssen Sie gegebenenfalls auch nicht komplett auf Milchprodukte verzichten, sondern nur zu bestimmten Mahlzeiten auf Laktase-Präparate zurückgreifen. Andere Milchprodukte wie Hartkäse enthalten sogar nur wenig Milchzucker und können oft trotz Laktoseintoleranz verzehrt werden.

Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet, hat oft mit Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl und anderen Symptomen zu kämpfen.

Nur eine Magenverstimmung oder doch eine Laktoseintoleranz? Hören Sie auf Ihren Bauch und deuten Sie die Symptome richtig.

 

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