Laktoseintoleranz bei Kleinkindern – Gefährliche Selbstdiagnose

Freitag, 09.05.2014

Das Bewusstsein für Laktoseintoleranz ist bei vielen seit einigen Jahren geschärft worden. Bei Kleinkindern sollten sich Eltern mit einer Selbstdiagnose zurückhalten und einen Arzt fragen.

Aufstoßen, Magenschmerzen, Blähungen – allesamt Symptome für eine Laktoseintoleranz. Häufig verzichten Betroffene auf eine ärztliche Diagnose, wenn die genannten Anzeichen mit dem Konsum von Milchprodukten in Verbindung zu stehen scheinen. Stattdessen steht für sie fest, dass nur eine Milchzuckerunverträglichkeit verantwortlich sein kann. Der vollständige Verzicht auf Milchprodukte ohne ärztliche Diagnose ist gesundheitlich fragwürdig – vor allem dann, wenn Eltern diese Diagnose für ihre Sprösslinge treffen. Kleinkindern droht eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen.

Initiative soll aufklären

Eine vom Bundesernährungsministerium geförderte Initiative soll Eltern nun aufklären, wie "Der Westen/dpa" berichtet. Experten zufolge leiden nämlich nur die wenigsten Kleinkinder tatsächlich unter einer Laktoseintoleranz. Nur vier Prozent von ihnen seien überhaupt von irgendwelchen Lebensmittelallergien betroffen. Speziell auf Milchzucker reagieren angeblich nur zwei bis drei Prozent der Kleinkinder empfindlich.

Allergologe Prof. Carl-Peter Bauer vom Netzwerk "Gesund ins Leben" gibt Müttern und Vätern den wichtigen Rat: "Eltern sollten bei Verdacht auf eine Laktoseintoleranz ihres Kindes unbedingt eine ärztliche Diagnose einholen." Wer stattdessen einfach Milchprodukte vom Speiseplan streicht, enthält dem Nachwuchs wichtige Nährstoffe vor. Darunter etwa Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor und Kalium, aber auch Vitamin B und E.

Laktoseintoleranz ist Arztsache

Wer also glaubt, sein Kind leide unter einer Unverträglichkeit von Milchzucker, sollte für eine eindeutige Diagnose einen Mediziner aufsuchen. Dieser kann feststellen, was die genauen Ursachen für etwa die oben genannten Symptome sind. Er kann gleichzeitig andere Ursachen ausschließen oder aber klar benennen.

Häufig ist zudem kein gänzlicher Verzicht auf Milchprodukte notwendig oder sinnvoll. Diverse Lebensmittel enthalten deutlich weniger Milchzucker, gleichzeitig aber die für Kleinkinder so wichtigen Nährstoffe. Bauer hat deshalb einen sehr wichtigen Tipp für Eltern: "Generell sollten Lebensmittel nie nur auf Verdacht gemieden werden, da dies oft unbegründet ist." Ein kompletter Verzicht auf Milchprodukte fördert stattdessen eher die Entstehung von Krankheiten aufgrund von Mangelerscheinungen.

Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet, hat oft mit Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl und anderen Symptomen zu kämpfen.

Nur eine Magenverstimmung oder doch eine Laktoseintoleranz? Hören Sie auf Ihren Bauch und deuten Sie die Symptome richtig.

 

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