Kopfschmerzen durch Soja? – Verdächtige Isoflavone

Mittwoch, 12.03.2014

Die in Soja enthaltenen pflanzlichen Wirkstoffe Isoflavone stehen laut einer Studie aus Taiwan in Verdacht, dass sie Kopfschmerzen auslösen können. Was ist dran?

Unter Soja stellen sich viele eine gesunde Fleischalternative vor, aber kaum jemand einen Auslöser von Kopfschmerzen. Tatsächlich muss auch niemand aus Angst vor Migräne auf Sojabohnen verzichten. Anders könnte es jedoch bei Nahrungsergänzungsmitteln aussehen, welche die pflanzlichen Inhaltsstoffe der Sojabohne in konzentrierter Form enthalten, sogenannte Isoflavone.

Diese stehen laut taiwanesischen Wissenschaftlern der Universität in Taipeh in Verdacht, dass sie bei Männern Kopfschmerzen auslösen oder verstärken könnten. Das berichtet die "Ärztezeitung". Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher um Hsiao-Yean Chiu im Fachjournal  "Headache".

Nahrungsergänzungsmittel mit Isoflavonen

Bei Ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler das Kopfschmerzverhalten von mehr als 15.000 Probanden. Hierbei legten sie ein besonderes Augenmerk auf die Wechselwirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln. Vor allem der signifikante Anstieg von Kopfschmerzen bei Männern, die regelmäßig Präparate mit Isoflavonen einnahmen, fiel dabei auf. Diese Nahrungsergänzungsmittel wurden viermal häufiger von männlichen Probanden eingenommen, die über Kopfschmerzen klagten, als von solchen, die dies nicht taten. Bei Frauen ließ sich dieser Unterschied nicht beobachten.

Kopfschmerzen wegen pflanzlicher Östrogene?

Eine Vermutung der Forscher, die noch genauerer Untersuchung bedarf, zielt auf die östrogene Aktivität der Pflanzenstoffe ab. Isoflavone werden beispielsweise auch bei Wechseljahresbeschwerden eingenommen, weil sie ähnlich wirken wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen: Männer müssten bei der Einnahme deshalb damit rechnen, dass das pflanzliche Östrogen die Schmerzgrenze der Studienteilnehmer herabsenke. Dies führe dazu, dass die betroffenen Männer empfindlicher auf Kopfschmerzen reagieren oder dass diese verstärkt würden. Ob diese Vermutung tatsächlich zutreffend ist, lässt sich erst nach weiteren Untersuchungen feststellen.

Unerwünschte Nebenwirkungen lassen sich jedoch nur auf die isolierten Pflanzenwirkstoffe zurückführen, und nicht grundsätzlich auf die Ernährung mit Sojaprodukten. Das Bundesamt für Risikobewertung stuft Nahrungsergänzungsmittel mit Isoflavonen ohnehin als kritisch ein. So lasse sich etwa nicht ausschließen, dass vor allem die längerfristige Einnahme das Risiko von Brustkrebs steigen lässt. Zudem sei die positive Wirkung in den Wechseljahren bisher nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Zumal die Einnahme vor diesem Hintergrund für Männer ohnehin nicht notwendig ist.

Klagen Sie häufiger über Kopfschmerzen? Diese sind oft Zeichen von Mangelerscheinungen durch fehlende Vitamine oder Mineralstoffe.

Mangelerscheinungen treten dann auf, wenn zu wenig Nährstoffe und Vitamine im Körper vorhanden sind.

 

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