Kopfschmerzen behandeln – Kann Botox helfen?

Montag, 02.12.2013

Als Anti-Aging-Mittel ist Botox allgemein bekannt. Das Nervengift wird jedoch seit einiger Zeit auch zur Behandlung von Kopfschmerzen eingesetzt.

Botulinumtoxin, kurz: Botox, ist ein Giftstoff, der in der ästhetischen Medizin zur Reduzierung von Falten zum Einsatz kommt. Dazu wird das Botox in den unter der Falte liegenden Muskel injiziert. Das Ergebnis: Der Muskel entspannt sich und die darunter liegende Haut wird glatter. Dass Botox aber auch gegen Kopfschmerzen helfen kann, fanden Ärzte eher beiläufig heraus. Denn Patienten, die sich das Mittel gegen Falten hatten spritzen lassen und zudem an chronischen Kopfschmerzen litten, berichteten nach der Behandlung mit Botox über eine deutliche Linderung der Schmerzen.

Wie wirksam ist Botox?

Doch immer wieder wird die Wirkung des Nervengifts infrage gestellt. Wie die Zeitschrift "Stiftung Warentest" berichtet, haben japanische Forscher in einer Studie offenbar herausgefunden, dass Botox sowohl bei chronischem Spannungskopfschmerz als auch bei der nur gelegentlich auftretenden episodischen Migräne wirkungslos ist. Nur bei der Behandlung von chronischer Migräne scheint das Mittel Wirkung zu zeigen – allerdings auch nur geringfügig. Den Forschern zufolge berichteten die Patienten nach der Gabe von Botulinumtoxin von ein bis zwei zusätzlichen schmerzfreien Tagen im Monat.

Kopfschmerzen vorbeugen

Eine weitere Studie untersuchte die Wirkung von Botox bei Kopfschmerz-Patienten mit einem Medikamentenübergebrauch. Dieser ist gegeben, wenn die Betroffenen an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerzmittel einnehmen. Im Rahmen der Studie erhielten die Probanden 24 Wochen lang Injektionen mit Botox. Eine Vergleichsgruppe wurde in demselben Zeitraum mit einem Placebo-Medikament behandelt. Dabei zeigte sich: Unter der Therapie mit Botox hatten die Patienten im Schnitt 8,2 Schmerztage pro Monat weniger als vor der Behandlung. In der Placebo-Gruppe waren es 6,2 Tage weniger.

Das Ergebnis ist insofern überraschend, als die Mediziner bislang davon ausgegangen waren, dass eine Prophylaxe-Behandlung bei Patienten mit Medikamentenübergebrauch nur anschlagen kann, wenn zuvor ein Medikamentenentzug stattgefunden hat. "Dieses Resultat wird die gängige Praxis bei dieser schwierig zu behandelnden Kopfschmerzform verändern", behauptet Prof. Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), einer der Studien-Autoren. Denn mithilfe von Botox kann Kopfschmerzen bei diesen Patienten auch bereits ohne Medikamentenentzug vorgebeugt werden.

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Kopfschmerzen behandeln
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Als Anti-Aging-Mittel ist Botox allgemein bekannt. Das Nervengift wird jedoch seit einiger Zeit auch zur Behandlung von Kopfschmerzen eingesetzt.
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02.12.2013 15:37
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