Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel – Höheres Infarktrisiko

Mittwoch, 22.01.2014

Kalzium galt lange als harmloses Nahrungsergänzungsmittel. Nun steht der Mineralstoff in Verdacht, bei zu hoher Dosierung das Risiko eines Infarkts zu erhöhen.

Kalzium stärkt nachweislich den Knochenbau, weshalb der Mineralstoff gerade bei älteren Menschen als Nahrungsergänzungsmittel sehr beliebt ist. Auf der einen Seite lässt mit zunehmendem Alter die Knochendichte nach, auf der anderen Seite ernähren sich Ältere häufig nicht ausgewogen, sodass es zu einem Mangel kommt. Nun mehren sich allerdings die Verdachtsmomente, dass die Einnahme von Kalziumpräparaten auch Risiken bergen kann, etwa in Form von Gefäßverschlüssen. "Mehrere hochqualitative Studien aus den letzten Jahren liefern Hinweise darauf, dass diese Nebenwirkungen auftreten können", zitiert "Die Welt" Professor Armin Zittermann, Leiter der Studienzentrale am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen.

Nahrungsergänzungsmittel mit Risikofaktor

Der größte Teil des Kalziums wird in den Knochen eingelagert und erfüllt dort einen gesundheitsfördernden Zweck, indem es für eine höhere Knochendichte sorgt. Das Risiko von Knochenbrüchen sinkt. Im Gegenzug steigt das Risiko von Infarkten, weil der Mineralstoff auch eine wichtige Funktion im Herz-Kreislauf-System einnimmt. Er ist beispielsweise an der Blutgerinnung beteiligt, aber auch bei der Muskelfunktion von Bedeutung, sodass auch die Funktion des Herzmuskels betroffen sein kann.

Wie viel Kalzium ist gesund?

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Erwachsene sollten täglich nicht mehr als 1.000 Milligramm Kalzium zu sich nehmen, so die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Wenn Sie den Mineralstoffbedarf sowohl mit der täglichen Nahrung als auch durch Nahrungsergänzungsmittel decken wollen, sollte die Tagesdosis 1.500 Milligramm nicht überschreiten, empfiehlt der Dachverbande Osteologie (DVO).

Dieser Empfehlung widerspricht jedoch eine Studie aus Schweden, die im August 2013 im "British Medical Journal" veröffentlicht wurde, so "Die Welt". Demnach stieg die Zahl der Todesfälle bei Frauen, die täglich mehr als 1.400 Milligramm Magnesium zu sich genommen haben, was sogar weniger als die vom DVO empfohlene Tagesdosis ist.

Experten empfehlen Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel mittlerweile nur noch dann, wenn durch die tägliche Ernährung keine zuverlässige Versorgung von 1.000 Milligramm Kalzium sichergestellt ist. Ist dies der Fall, sollten Sie auf zusätzliche Tabletten verzichten, um das Risiko von Infarkten nicht unnötig zu erhöhen.

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