Johanniskraut und Verhütung – Wechselwirkung möglich

Freitag, 04.04.2014

Die britische Arzneimittelaufsicht warnt Frauen vor der Einnahme von Johanniskraut, während diese hormonelle Verhütungsmethoden anwenden. Ungewollte Schwangerschaften seien möglich.

Als pflanzliches Mittel gegen leichte Depressionen und Angst genießt Johanniskraut einen guten Ruf. Es kann allerdings zu Wechselwirkungen mit sämtlichen hormonellen Verhütungsmitteln kommen. Wie die "Pharmazeutische Zeitung" berichtet, sah sich die britische Arzneimittelaufsicht MHRA dazu veranlasst, vor der Einnahme von Johanniskraut zu warnen. Erst Ende 2013 wurden der Behörde zwei Fälle bekannt, bei denen Frauen trotz Verhütung schwanger wurden. In beiden Fällen hatten die Frauen mit implantierten Hormonstäbchen verhütet.

Wechselwirkungen mit Johanniskraut

Die Schwangerschaften ereigneten sich, nachdem die Frauen Präparate mit Johanniskraut eingenommen hatten. Bereits vorher kam es nach Angaben die MHRA zu Schwangerschaften, bei denen ein ähnlicher Verdacht bestand: Wechselwirkungen zwischen Johanniskraut und hormonellen Verhütungsmethoden. Die meisten von den Betroffenen hatten orale Mittel wie die Antibabypille eingenommen.

Weil sich nun aber auch andere Hormonpräparate in Verdacht stehen, ihre Wirkung zu verlieren, warnt die britische Arzneimittelaufsicht grundsätzlich vor der gleichzeitigen Einnahme von Johanniskrautpräparaten und hormonellen Verhütungsmitteln. Zu diesen zählen neben der "Pille" und den Etonorgestrel-Implantaten auch der Nuvaring sowie die Dreimonatsspritze. Eine unerwünschte Schwangerschaft kann hier nicht ausgeschlossen werden. Einziges Mittel, vor dem nicht gewarnt werde, ist laut "Pharmazeutische Zeitung" die intrauterine Hormonspirale.

Hormone werden schneller abgebaut

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Die Wechselwirkungen zwischen "Pille" und Johanniskraut sind bereits länger bekannt. Verantwortlich für die Gefährdung des Verhütungsschutzes sind Wirkstoffe des Pflanzenmittels, die den Stoffwechsel des Körpers beschleunigen. Aus diesem Grund werden auch die für die Empfängnisverhütung zuständigen Hormone schneller abgebaut, ehe sie über die Darmwände in den Organismus gelangen können. Eine Schwangerschaft wird in diesen Fällen wahrscheinlicher.

Offensichtlich beschränkt sich diese Wechselwirkung aber nicht nur auf Hormonpräparate, die Frauen oral zur Verhütung einnehmen. Wie genau Johanniskraut etwa bei implantierten Hormonpräparaten wirkt, teilte die MHRA in ihrer Warnung nicht mit. Aufgrund der Verdachtsfälle wird jedoch grundsätzlich vor der Einnahme des Pflanzenmittels bei hormoneller Verhütung abgeraten, sofern keine Schwangerschaft gewünscht wird.

Mittlerweile gibt es für fast alle Leiden ein passendes Präparat in Form von Tabletten.

Wenn zu wenig Nährstoffe und Vitamine im Körper vorhanden sind, greifen viele zu Nahrungsergänzungsmitteln.

 

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