Johanniskraut & andere Medikamente – Wechselwirkungen

Dienstag, 10.12.2013

Pflanzliche Arzneimittel wie Johanniskraut können gefährliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen, deren Wirkung abschwächen, verändern und sogar zum Tod führen.

Viele halten Johanniskraut für eine harmlose pflanzliche Arznei. Sogenannte Heilpflanzen sind nicht verschreibungspflichtig und gelten als gesunde Hilfe beim Einschlafen oder anderen, nicht ganz ernsten Leiden. Den meisten ist allerdings nicht bewusst, dass auch die sogenannten Phytopharmaka Nebenwirkungen haben können. Gefährlicher sind häufig jedoch Wechselwirkungen mit anderen manchmal lebenswichtigen Medikamenten. Das hat eine taiwanesische Studie ergeben.

Ärzten und Patienten ist Risiko nicht bewusst

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Hsiang-Wen Lin untersuchte mit einer Forschergruppe an der China Medical University im taiwanesischen Taichung mögliche Wechselwirkungen pflanzlicher Arzneistoffe mit Wirkstoffen anderer Medikamente. Durch die Auswertung der Literatur zu diesem Themenkomplex kamen die Forscher zu der Erkenntnis, dass 200 pflanzliche Heilmittel mit mehr als 500 Wirkstoffen Wechselwirkungen eingehen können – teilweise mit fatalen Folgen für den Patienten. Nicht einmal Ärzte wären sich dieser Risiken bewusst.

Wann Johanniskraut und Co. gefährlich sind

Bestandteile von Johanniskrautextrakt können etwa die Aktivität bestimmter Enzyme beschleunigen, die in vielen Medikamenten enthalten sind. Die daraus resultierende Nebenwirkung ist je nach Medikament und Gesundheitszustand mal mehr und mal weniger gefährlich, etwa wenn die Dosierungen nicht mehr korrekt sind.

Johanniskraut kann beispielsweise die Wirkung des Diabetes-Medikaments Gliclazid beeinflussen. Ebenso bekannt sind Wechselwirkungen dieser Pflanzenarznei mit HIV-Medikamenten, die Proteaseinhibitoren enthalten, sowie mit verschiedenen Mitteln der Chemotherapie, so das Ergebnis der Studie.

Tödlich in 30 Prozent aller Fälle kann die Einnahme von Johanniskraut oder dessen Extrakten für Patienten sein, denen ein Organ transplantiert wurde. "Besonders gefährlich ist es, wenn die Konzentration von Medikamenten wie Ciclosporin oder Tacrolimus sinkt, weil diese das Immunsystem in Schach halten und verhindern, dass das Spenderorgan abgestoßen wird", zitiert "Spiegel Online" Matthias Unger, pharmazeutischer Chemiker an der Universität Würzburg.

Vor der Einnahme Arzt konsultieren

Auch wenn die Risiken nur in seltenen Fällen Gefahr für das Leben bergen, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt zu möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten befragen, bevor Sie unbedarft zu pflanzlichen Arzneien wie Johanniskraut greifen. Erst wenn der Mediziner alle Risiken ausschließen kann, können Sie Phytopharmaka gefahrlos einnehmen.

Zu den lebensnotwendigen Mineralstoffen gehören, Calcium, Magnesium, Kalium.

Vitamine und Mineralien fördern unter anderem den Stoffwechsel im Körper. Sie tragen wesentlich zu unserer Gesundheit bei.

 

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