Glucosamin gegen Knieschmerzen – Wirksamkeit zweifelhaft

Mittwoch, 26.03.2014

Bei Knieschmerzen durch Knie-Arthrose ist Glucosamin ein weitverbreitetes Mittel. Laut einer US-Studie ist es gegen durch Knorpelschäden verursachten Schmerzen wirkungslos.

Präparate mit dem Wirkstoff Glucosamin werden zwar nicht direkt gegen Knieschmerzen eingesetzt, sollen aber eine regenerative Wirkung auf den Knorpel haben – und der ist schließlich die Ursache für die Schmerzen. Wissenschaftler der University of Arizona um Dr. C. Cent Kwoh fanden nun allerdings heraus, dass Glucosamin als Nahrungsergänzungsmittel bei einer Knie-Arthrose die Schmerzen in dem Gelenk nicht lindern kann, weil der Knorpel nicht regeneriert. Das berichtet unter anderem der kanadische Sender "CBC". Die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten die Forscher im Fachjournal "Arthritis & Rheumatology".

Kontrollgruppe mit besseren Ergebnissen

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Insgesamt nahmen 201 Probanden an der Studie teil. Diese litten an mittelschweren bis schweren Knieschmerzen in beiden oder einem Knie. Über einen Zeitraum von 24 Wochen bekam ein Teil von ihnen 1.500 Milligramm Glucosamin als Nahrungsergänzungsmittel verabreicht, die Kontrollgruppe ein Placebo. Beide Gruppen erhielten die Mittel in einer Diät-Limonaden-Flasche.

Um die Wirksamkeit von Glucosamin bei Knieschmerzen zu überprüfen, wurden die Knorpelschäden von allen Studienteilnehmern zuvor durch ein MRT dokumentiert. Nach der Testphase wurde überprüft, ob eine Verbesserung festzustellen ist. Insgesamt fiel das Ergebnis in beiden Gruppen ähnlich aus: Es gab keine nennenswerten Verbesserungen. Wenn, dann seien diese sogar eher bei der Placebo-Gruppe festzustellen gewesen.

Knieschmerzen behandeln

"Unsere Studie konnte keinen Beweis erbringen, dass das Trinken von Glucosamin-Präparaten Knorpelschäden im Knie reduzieren, den Schmerz lindern oder die Funktion des Gelenks bei Menschen mit chronischen Knieproblemen verbessern kann", fasst Dr. Kwoh die ernüchternden Ergebnisse laut "CBC" zusammen.

Damit ist Glucosamin keine Alternative zu anderen Therapien wie etwa solche mit Hyaluron-Säure-Spritzen, die allerdings sehr umstritten ist und nicht in jedem Fall die richtige Behandlung ist. Bei Knieschmerzen durch Knorpelschäden muss immer der genauen Ursache auf dem Grund gegangen werden, um die individuell geeignete Therapie einzuleiten. Dazu können etwa auch Gelenkspiegelungen, Knorpelglättung oder die Glättung des Meniskus gehören. Vor einem operativen Eingriff ist es unbedingt empfehlenswert, eine Zweitmeinung einzuholen.

Knieschmerzen sind eine Volkskrankheit. Überwiegend tritt sie bei Sportlern und Senioren auf.

Nicht nur Sport und das hohe Alter können zu Knieschmerzen führen. Auch Bewegungsmangel können diese Schmerzen hervorrufen.

 

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26.03.2014 13:54
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