Geschlechtskrankheit Chlamydien: Weitestgehend unbekannt?

Mittwoch, 09.07.2014

Immer wieder hört man, dass Geschlechtskrankheiten erneut auf dem Vormarsch sind. Kein Wunder, denn eine Studie zeigt: Chlamydien und Co. sind vielen Deutschen völlig unbekannt.

Bei der Studie "AIDS im öffentlichen Bewusstsein 2013" handelt es sich um eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Dabei wurden die Deutschen nicht nur zu AIDS, sondern auch zu Chlamydien, Tripper und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten befragt. Die Ergebnisse sind erschreckend.

Chlamydien? Nie gehört!

Obwohl es eine Vielzahl von Geschlechtskrankheiten gibt, kennen viele Deutsche viele von ihnen überhaupt nicht. Syphilis und Tripper immerhin sind der BZgA-Umfrage zufolge 90 Prozent der befragten Frauen und Männer ab 16 Jahren ein Begriff. Bei Chlamydien hingegen sind die Deutschen längst nicht so gut informiert – 62 Prozent der Frauen und lediglich 51 Prozent der Männer gaben an, schon mal davon gehört zu haben.

Noch erschreckender: Auf die offen gestellte Frage, bei der die Probanden sexuell übertragbare Krankheiten von sich aus nennen sollten, kamen Chlamydien gerade einmal zehn Prozent der Umfrageteilnehmer in den Sinn. Noch schlimmer war es bei Feigwarzen mit 7 Prozent und Trichomonaden, die lediglich von 3 Prozent der Probanden genannt wurden. "Jenseits von Tripper und Syphilis ist über die anderen verbreiteten sexuell übertragbaren Krankheiten sehr wenig bekannt", resümiert Marita Völker-Albert von der BZgA das Ergebnis der Umfrage.

Kostenloses Screening für Frauen bis 25

Durch die mangelnde Bekanntheit von Chlamydien in der Bevölkerung sei der BZgA zufolge ebenfalls häufig unbekannt, dass das Screening, mit dem die Krankheit nachgewiesen werden kann, für Frauen bis 25 Jahre sogar kostenlos ist. Denn weil Chlamydien häufig ohne oder nur mit unspezifischen Symptomen auftreten, bleibt eine Infektion oft genug unentdeckt. Lediglich bei einem Drittel der Frauen geht die Erkrankung mit typischen Symptomen wie Ausfluss oder Zwischenblutungen einher.

Wer den Verdacht hat, sich mit Chlamydien infiziert zu haben, sollte sich unbedingt bei einem Arzt testen lassen. Denn während die Geschlechtskrankheit im Anfangsstadium noch ganz leicht mit Antibiotika behandelt werden kann, verursacht sie im weiteren Verlauf schlimmstenfalls eine irreversible Unfruchtbarkeit.

Erschreckend viele Leute wissen nicht, was Chlamydien sind.

Chlamydien sind heimtückisch: Betroffene haben meist keine Symptome, jedoch können sie unfruchtbar machen, wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt werden.

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