Gene schuld an Rückenschmerzen – Studie mit Zwillingen

Montag, 19.05.2014

Rückenschmerzen sind die Folge von zu wenig Bewegung, schlechter Körperhaltung, harter körperlicher Arbeit – aber auch die Gene sind schuld. Das zeigte eine Studie mit Zwillingen.

Eine australische Studie legt nahe, dass Rückenschmerzen sich nicht allein mit dem Lebensstil erklären lassen, das berichtet die Online-Ausgabe der "Ärzte Zeitung". Ein Forscherteam um Daniela Junqueira von der Universität in Sydney konnte in einer Studie mit ein- und zweieiigen Zwillingen aufzeigen, dass mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Gene ihren Teil zum Rückenleiden beitragen.

Geteiltes Leid ist oft kein halbes Leid

Insgesamt befragten Junqueira und ihr Team 105 Zwillingspaare, darunter sowohl eineiige als auch zweieiige Zwillinge. Mehr als die Hälfte der Probanden litt unter chronischen Rückenschmerzen. Alle Teilnehmer wurden nach ihren Lebensgewohnheiten befragt, um die Ursachen für die Schmerzen benennen zu können.

Dabei fiel auf, dass bei chronischen Rückenschmerzen meist beide Zwillinge betroffen waren. Bei eineiigen Zwillingen trat dieses Phänomen fünfmal häufiger auf als bei zweieiigen Zwillingen. Laut den australischen Wissenschaftlern liegt die Erblichkeit bei zweieiigen Zwillingen bei 32 Prozent. Wenn sich diese Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, sollte sich dennoch niemand wegen seiner Gene auf der faulen Haut ausruhen: Weiterhin bleiben mangelnde Bewegung oder zu schwere körperliche Betätigung ein sehr wichtiger Auslöser für Rückenschmerzen, darauf weisen auch die Autoren der Studie ausdrücklich hin. Vor allem langes Sitzen sowie Gartenarbeit und handwerkliche Arbeiten belasten den Rücken sehr.



Rückenschmerzen können erblich sein

Dennoch ist es erstaunlich, dass ein Leiden, das in vielen Fällen auf einen problematischen Lebensstil zurückgeführt wird, genetisch bedingt sein kann. Keinen Einfluss auf die Entstehung von Rückenschmerzen soll hingegen das Geschlecht haben. In dieser Hinsicht konnten die australischen Forscher keine signifikanten Unterschiede in ihrer Zwillings-Studie feststellen.

Die Wissenschaftler ziehen beim genetischen Einfluss von 32 Prozent sogar Parallelen zu Autismus (36 Prozent), Depressionen (42 Prozent) und Abhängigkeit von Drogen (55 Prozent). Die Vererbbarkeit von Rückenschmerzen steht damit im Einklang zu anderen Studien, die laut "Ärzte Zeitung" ähnliche Ergebnisse bereits für Migräne oder Wachstumsschmerzen zutage gefördert haben.

Wenn jede Bewegung zur Qual wird - Rückenschmerzen gehören zu den am weitesten verbreiteten Leiden in Deutschland.

Rückenschmerzen sind weit verbreitet. Bewegungsmangel sowie routinierte Arbeiten können eine von vielen Ursachen sein.

 

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