Folsäuremangel in Irland? – Mehr Geburtsfehler

Donnerstag, 10.04.2014

Folsäuremangel ist in Industrieländern nichts Ungewöhnliches. In Irland ist das Problem derzeit allerdings sehr akut und wird mit der Häufung von Geburtsfehlern in Verbindung gebracht.

Die im Fachmagazin "Journal of Public Health" veröffentlichte Studie macht die Wirtschaftskrise auf der Insel für den vermehrt auftretenden Folsäuremangel und daraus resultierende Folgeschäden verantwortlich. Zwischen den Jahren 2009 und 2011 seien in Irland 236 Babys mit einer Schädigung der Nervenbahnen geboren worden, was sich zum Beispiel in örtlicher Lähmung oder Gehirnfehlbildungen äußert, im schlimmsten Falle sogar mit dem Tod des Babys nach wenigen Tagen.

Folsäuremangel, ein Phänomen der Wirtschaftskrise?

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Als Robert McDonnell die Studie vor vier Jahren lancierte und knapp 1000 Babys untersuchte, war schnell schwarz auf weiß bestätigt: Die Rate der Geburtsfehler hatte zugenommen – im ganzen Land außer in der Region um Dublin. "Es ist möglich, dass sozio-ökonomische Unterschiede bei der Ernährung die Disparität erklären", heißt es in einem entsprechenden Artikel der irischen Tageszeitung "Independent" zu den ersten Vermutungen der Forscher. Denn im Gegensatz zur Hauptstadt habe die Rezession die ländlicheren Gegenden Irlands schwerer getroffen.

Das wichtige Vitamin ist in seinen verschiedenen Formen vor allem in grünem Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten enthalten. Haushalte, die aufgrund finanzieller Engpässe also weniger Geld für ausgewogene Ernährung ausgaben, und mit den qualitativ weniger wertvollen Lebensmitteln weniger Folsäure zu sich nahmen, könnten demnach besonders gefährdet sein.

Via Gesetz den Mangel bekämpfen?

Inzwischen hat die Studie von Robert McDonnell den Zusammenhang zwischen Folsäuremangel und einem Anstieg der Geburtsfehler bestätigt. Frauen, die vor und während der Geburt das Vitamin aus dem B-Komplex zu sich nahmen, reduzierten das Risiko, dass es bei ihrem Baby zu Fehlbildungen kommt. Die Empfehlung heute: Bis zur zwölften Schwangerschaftswoche täglich eine 400 Mikrogramm Tablette einnehmen.

Wenn es nach den Forschern geht, solle die Regierung in Dublin den Folsäuremangel in ihrem Land quasi per Gesetz angehen. Sie forderten Ministerpräsident Enda Kenny auf, die Zugabe von Folsäure zu Brot verpflichtend zu machen. Das wäre zumindest einfacher, als die Wirtschaftskrise in Irland zu bekämpfen.

Zu den lebensnotwendigen Mineralstoffen gehören, Calcium, Magnesium, Kalium.

Vitamine und Mineralien fördern unter anderem den Stoffwechsel im Körper. Sie tragen wesentlich zu unserer Gesundheit bei.

 

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